Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  14. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Schönborn: Gefahr von Spaltungen bei Synode

9. Oktober 2015 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Schönborn. "Synode wird ein äußerst mühsamer Weg. Es ist kein Geheimnis, dass wir sehr facettenreiche Sitzungen erleben"


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat die Wortmeldungen bei der Bischofssynode seit deren Start am Montag als ein Meinungsspektrum zur Familiensituation mit "ganz großen Unterschieden" charakterisiert. Es zeige sich deshalb, dass die Synode "ein äußerst mühsamer Weg" werden dürfte. Zugleich zeigte er sich aber über den bisherigen Verlauf der Synode mit vielen offenen Diskussionsmöglichkeiten sehr zufrieden. Der Wiener Erzbischof äußerte sich in einem Interview für die französische sowie die deutsche Redaktion von Radio Vatikan am Freitag, im Anschluss an fünf anstrengende, je dreistündige Diskussionsrunden in der hochkarätig besetzten deutschsprachigen Kleingruppe, die er moderiert. Ihr gehören u.a die Kardinäle Walter Kasper, Reinhard Marx, Gerhard Müller und Kurt Koch an.

Gegenüber der deutschen Redaktion von Radio Vatikan meinte der Kardinal, dass ihm die deutschsprachige Kleingruppe kulturell fast ein bisschen zu homogen sei, da alle Vertreter aus Mitteleuropa kommen würden. "Die Fetzen sind jedenfalls noch nicht geflogen", wie dies manche Beobachter aufgrund der Zusammensetzung der Gruppe vermutet hätten. Das liege freilich wohl auch daran, dass es in der ersten Woche der Synode vor allem um den "gemeinsamen Blick auf die Realität geht, in der wir leben". Und diesbezüglich bestehe sehr viel Einmütigkeit. In der zweiten und dritten Synodenwoche, wenn es um die kirchliche Lehre und die Seelsorge geht, werde die Debatte wohl sicher spannungsreicher verlaufen.


Der Wiener Erzbischof wies im Interview auch auf "den Schaden, den jede Scheidung bei Kindern und im familiären Umfeld verursacht", hin. Das Thema sei bei den Synodensitzungen oft präsent. "Es ist kein Geheimnis, dass wir sehr facettenreiche Sitzungen erleben. Es gibt Diskussionen, und es gibt notwendige, sogar heilsame Spannungen", fasste Kardinal Schönborn zusammen.

Dabei zeige sich auch, dass es "immer die persönliche Erfahrung ist, die die einzelnen Beiträge zur Debatte färben", analysierte Schönborn. Jeder der Mitbrüder der Synode komme "mit seinem eigenen Erleben der Familie, ihren Freuden und Leiden", was den Debatten manchmal eine stark emotionale Dimension gebe, was aber durchaus positiv sei. "Die Familie ist so tief in der menschlichen Natur und in der Menschheit verwurzelt, dass man sagen kann: Wenn es ein kulturübergreifendes Menschheitsthema gibt, dann ist das sicher die Familie", betonte der Wiener Erzbischof.

Der frühere Dogmatikprofessor an der Universität Fribourg äußerte sich auch zur Trennung von Paaren. Er wies auf die tiefen seelischen Schäden hin, die dadurch bei Kindern, Partnern, der Umwelt und der Gesellschaft verursacht werden. Es gelte einerseits die Bedeutung der Lehre zur Ehe-Unauflöslichkeit anzuerkennen, doch sei es wichtig, jeweils konkret zu prüfen, "wie man sich angesichts von so stark unterschiedenen Situationen, die aber doch wieder etwas Gemeinsames haben, zu verhalten hat".

Das Leiden der Scheidungskinder, das auch im "Instrumentum laboris" vorkommt, ist laut Kardinal Schönborn nur unzureichend in den Diskussionen angesprochen worden. Er selbst habe die Trennung seiner Eltern "als eine der schmerzhaftesten Momente meines Lebens" erlebt.

"Weder Rigorismus noch Laxismus"

Gegenüber der deutschen Redaktion von Radio Vatikan bekräftigte Schönborn einmal mehr, dass sowohl das Extrem des Rigorismus wie auch des Laxismus bei der Synode nichts verloren hätten. Das Evangelium lehre keinen Rigorismus. Jesus habe auf das Herz der Menschen geblickt, ihm sei es um konkrete Hilfe für die Menschen gegangen.

So müsse es auch in der Kirche darum gehen, in der Haltung der Barmherzigkeit auf die Not und den guten Willen der Menschen zu sehen; zugleich natürlich auch das Versagen und Scheitern in den Blick zu nehmen, "aber nicht verurteilend, sondern helfend und begleitend". Zugleich gelte es natürlich stets zu beachten, was Papst Franziskus als "Gottes Traum für seine geliebte Menschheit" bezeichnete - die gelungene Familie.

Gefahr von Spaltungen bei Synode

Schönborn warnte in dem Journalistengespräch laut der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" auch vor der Gefahr von Spaltungen bei der Synode. Es bestehe die Versuchung, Gruppierungen aufzubauen, als wären diese politische Parteien. Damit würde man nur die "Logik der Trennung" nähren. "Wir haben einen arbeitsreichen, aber notwendigen Weg unternommen", betonte der Kardinal. Er gab zu, dass es "verschiedene Sensibilitäten" gebe. "Wenn man die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt konzentriert, besteht die Gefahr, dass man andere nicht sieht", erklärte der Wiener Erzbischof.

Dialog sei im Rahmen der Familiensynode daher prioritär. "Wir sind hier, um unsere Erfahrungen, Sensibilitäten und Leiden zu teilen und auch unsere Ängste. Franziskus hat uns aufgefordert, mit Offenheit zu sprechen und mit Bescheidenheit zuzuhören. Auf diese Weise kann man Schritt für Schritt Klarheit schaffen", meinte Schönborn.

Der Papst habe dabei vor "Nachlässigkeit und übertriebener Strenge" gewarnt. Man dürfe nicht der "Versuchung der Härte" nachgeben und dabei auf Barmherzigkeit und Mitleid verzichten.

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Synode

  1. ‚Ist das Synodenbüro des Vatikan die PR-Abteilung von P. James Martin SJ geworden?‘
  2. Synode: Fernandez kündigt weiteres Treffen zur Frauenfrage an
  3. Papst Franziskus beruft umstrittenen Moraltheologen in Studiengruppe der Synode über die Synodalität
  4. Papst schreibt Entschuldigungsbrief für Studenten
  5. Synode über die Synodalität nicht mit Orthodoxen Synoden vergleichbar
  6. Papst kann die Lehre nicht ändern
  7. Welt-Bischofsynode will keine Zwischenberichte veröffentlichen
  8. Vatikan ruft Gläubige weltweit zum Gebet für die Synode auf
  9. Erste Phase der katholischen Weltsynode wird verlängert
  10. Der Skandal der Zweideutigkeit und des Spielens mit dem Heidentum







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  3. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  4. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  5. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  6. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  7. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  8. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  9. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  10. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  11. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  12. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  13. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  14. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  15. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz