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Politik: Christen haben mehr zu bieten als Anpassung

24. März 2016 in Kommentar, 18 Lesermeinungen
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Wohin steuern CDU und Gesellschaft nach den Landtagswahlen? - „Eine Demokratie, die nur noch eine linke Mitte duldet und sich an der Gottlosigkeit ergötzt, hat nicht nur Schieflage, sondern ist auf Dauer gefährdet.“ Gastkommentar von Martin Lohmann


Bonn (kath.net) Es ist schon faszinierend, wie sehr sich offenbar einige CDU-Mächtigen auch Wochen nach den Landtagswahlen akribisch weigern, auch nur ansatzweise Bodenkontakt mit der Wirklichkeit des eigentlichen Souveräns zu versuchen. Wer das beobachtet, muss sich allmählich entscheiden, ob diese panische Verweigerungshaltung der Laschets und von der Leyens dieses Paralleluniversums eher faszinierend erschreckend oder erschreckend faszinierend ist. Vor allem aber, und das wird leider sehr deutlich, ist die trotzige Totalverweigerung letztlich systemkonform und eine logische Folge einer Entwicklung, die abzusehen war – wenn man sich denn einen freien und nonkonformistischen Blick auf das System Merkel leisten konnte und wollte.

Doch diese Freiheit ist für Satelliten, die in diesem System auf vorgeschriebenen Bahnen die auserwählte Sonne zu umkreisen haben, notgedrungen eher schwierig. Die Fairness gebietet es also, von Monden in selbstreferentiellen Sonnensystemen nicht mehr zu erwarten als möglich. Freilich: Von der Verantwortung für Fehlentwicklungen in einer Partei, die einmal etwas mit dem „C“ zu tun hatte und für eine Politik aus christlicher Verantwortung stand, spricht diese selbstgewählte Mondhaltung nicht frei.

So temperamentvoll manche Kritik daherkommt: Es muss ergänzt und differenziert werden. Denn zur Wirklichkeit gehört auch, dass die Vorsitzende der CDU als Kanzlerin in der Flüchtlingsfrage erstmals wirklich Position bezogen hat – was sie eben auch angreifbar macht. Und es stimmt auch, dass neue politische Formierungen gerade deshalb punkten konnten. Das Hauptthema „Flüchtlingsstrom“ konnte instrumentalisiert werden, und leider wurde es auch immer wieder instrumentalisiert. Leider. Wahr ist eben auch, dass die wahltechnischen Profiteure nicht wirklich Antworten auf wichtige Fragen haben.

Aber wichtig ist auch dies: Es entspricht zweifelsfrei dem christlichen Gebot, Verfolgten zu helfen und Flüchtlinge aufzunehmen. Insofern zeigt sich in dieser Politik also auch etwas Urchristliches. Doch zugleich darf gefragt werden, ob das Ausrufen einer Politik ohne Plan und ohne ausreichend erkennbare Ordnung verantwortungsvoll ist und der ebenfalls christlichen Pflicht zur Sorgfalt entspricht. Ist eine Politik, die auf christliche Hilfsbereitschaft verweist und zugleich bei vielen Ängste und Sorgen auslöst, automatisch eine Politik aus christlicher Verantwortung? Ist damit allein dem „C“ hinreichend entsprochen?

Daher kann und darf man auch dies bedenken: Das, was in der politischen Landschaft seit vielen Monaten zu beobachten ist und sich rechts von der linksverklebten CDU ereignet, ist wahrlich kein vom Himmel herabgefallenes völlig überraschendes Naturereignis. Das wissen letztlich auch die Verursacher, von denen viele in der Union zu suchen sind. Allen voran die Oberraute, die ihrer Partei mit langem Atem und zielsicher eine Ent-Unionisierung verordnete, welche als neue und moderne C-Partei getarnt und verkauft wurde. Es ist nicht nur die ohne verantwortlichen Plan betriebene Flüchtlingsherausforderung, an der sich nun die Geister scheiden in und an einer Partei, die von ihrer durch eigenes Machtkalkül alternativlos gewordenen Dauervorsitzenden inhaltlich entkernt dem Parteieneinheitsbrei preisgegeben wurde.

Merkel, das meinen nicht nur böswillige Beobachter, interessierte sich stets als nahezu perfekte Ich-AG nur insoweit für eine Partei Adenauers, als dies ihr selbst und ihrem Machthunger diente. „Kohls Mädchen“ konnte und wollte mit Adenauers Inhalten nie wirklich etwas anfangen. Und mit dem erfolgreichen Machtwillen chloroformierte sie alle, die ihr nützlich waren. Die anderen, die sich das eigene Denken noch leisten wollten und konnten, die also ein gewisses Immunsystem gegen Mentalbetäubung mitbrachten, störten – und mussten verschwinden.

Beim Schielen nach links in einer das Christliche verleugnenden Gesellschaft, die zur Tarnung die Devise ausgab, dass es links und rechts ja gar nicht mehr gebe, rutschte Merkels Union aus der Mitte in den Raum links davon. Jahrelang funktionierte das mehr oder weniger problemfrei, weil quasireligiös gebetsmühlenhaft penetriert wurde, das sei die neue Mitte. Aus einer CDU wurde augenscheinlich „die“ Mitte. Dumm nur, dass man Lebensrealitäten zwar lange wegreden kann, sie aber dennoch da sind. Töricht zudem, wenn man diejenigen, die vor einer Einheitspartei warnen und nichts weiter verlangen, als eine breite Parteibasis, die sich programmatisch und in Köpfen auch und eben gerade in Konservativen als Teil eines Ganzen zeigen wollen, selbstverliebt und machttrunken zur quantité negligable degradiert oder gar nicht mehr wahrnehmen will.

Alle, die nichts weiter wollten als eine in und an der Partei erkennbare Vielfalt der Volkspartei, die mit ihrem christlichen Anspruch mehr als nur den vermeintlichen Mainstream abbilden müsste, wurden gleichsam entsorgt, von oben übersehen, bewusst missverstanden oder beschimpft. Es gab Aussagen eines Generalsekretärs, der solche Versuche der Wählerbindung – noch einmal: ohne andere Wählerschichten vergraulen zu wollen – abtat mit Hinweisen wie: Katholiken und Bürgerliche haben doch keine Alternative; die müssen uns wählen – die sind uns sicher!

Eine fahrlässige Selbsttäuschung, wie wir heute wissen. Man kann darüber diskutieren und streiten, ob diejenigen, die sich jetzt „Alternative“ nennen, wirklich eine Alternative sind. Fakt ist aber, dass zahlreiche Wähler, die ja eigentlich und angeblich so „sicher“ waren, in den vergangenen Jahren zunächst das kleinere Übel wählten, dann sich wegen des Wachstums dieses Übels der Wahlbeteiligung verweigerten, um sich jetzt mit einem kräftigen Protest an der Wahlurne wieder aktiv am Demokratieleben zu beteiligen. Man kann nur staunen und erschrecken, mit welch starrer und geradezu ZK-tumber Trotzigkeit etliche von jenen, denen die Klatsche galt und gilt, betonmäßig das „Weiter so!“ propagieren!

Es muss eine panische Angst vor Selbstkorrektur vorherrschen in einem System der Raute, das offenbar jeden Erkenntniszuwachs verbietet und reflexartig ins Beschimpfen und Verunglimpfen flüchtet, um so lange wie möglich den eigenen Machterhalt um den Preis der Freiheit zu konservieren. Und das Fatale dabei: Schimpf- und Schande-Attacken, so medienwirksam sie auch häufig sein mögen, treffen vor allem jene, die man eigentlich zurückgewinnen müsste: die Wähler. By the way: Diese sind der wirkliche Souverän. Seine Missachtung ist also alles andere als souverän. Wenn auch wirksam. Noch.

Dauerhaft aufhalten lässt sich eine notwendige Kurskorrektur jedoch selbst in starresten Systemen nicht. Und daher ist es an der Zeit für eine solche, in diesen Umbruchszeiten, die unsere politische Landschaft merklich – ob das Merkel will oder nicht – umwälzen könnten. Alle Profile, die eine C-Partei eben (mehr als) auch haben müsste, hat sie unter der Nachfolgerin Adenauers und Kohls mehr oder weniger endgültig preisgegeben. PID, Abtreibung, Stammzellenforschung, Euthanasie: Im Lebensschutz klaffen Lücken, die Familienpolitik folgt der Wirtschaft und denkt immer noch nicht vom Kind her, Familien werden mit Scheinhäppchen eher geschwächt als gestärkt, und so wurde – leider auch unter dem gefälligen Applaus steuertechnisch abhängiger kirchlicher Kreisen – der christliche Anspruch im Politischen dem Verdunsten anheimgestellt.

Nun ist bekannt, dass es eine christliche Politik nicht geben kann, wohl aber eine Politik aus christlicher Verantwortung. Diese aber hat sich zu orientieren an dem, was christlich ist. Und das bedeutet: Absage an jede Form des Fundamentalismus und Extremismus, zugleich aber Mut zum Widerspruch und zur Berücksichtigung dessen, was der Kirchenstifter verkündet hat. Vor lauter politischer Korrektheit gibt es, allen Unkenrufen zum Trotz, keinen Freibrief etwa zu biblischer Unkorrektheit. Christliche Politiker haben nicht die Pflicht zur geräuschlosen Anpassung bis hin zur Unkenntlichkeit, sondern die Zu-Mutung zum Mehr, zum Unbequemsein, zur Wahrhaftigkeit und zum Weitblick auf das, was letztlich dem Menschen und seiner Natur wirklich dient.

Generell gilt ja: Eine Demokratie, die nur noch eine linke Mitte duldet und sich an der Gottlosigkeit ergötzt, hat nicht nur Schieflage, sondern ist auf Dauer gefährdet. Daher ist das Schimpfen aus dem Linksbereich von der Linken bis hin zur CDU auf alle, die sich dem Diktat des Angeordneten nicht unterwerfen wollen, letztlich demokratophob und – und das ist die gute Nachricht – entlarvend. Es gleicht den Zuckungen eines Ertappten, der nicht wahrhaben will, dass seine Tricks nicht mehr funktionieren.

Die Demokratie braucht um die demokratische Mitte einen breiten Raum der Demokraten! Und dazu gehört bekanntlich nicht nur die Offenheit nach links, die Merkel der CDU oktroyiert hat, sondern auch die Zulassung legitimer Demokratie rechts von der Mitte. Franz Josef Strauß wusste nur zu gut, warum er wollte, dass es rechts von der CSU keine legitime demokratische Partei geben solle. Was damals viele nicht verstehen wollten und bewusst missinterpretierten, erweist sich heute als weise Prophetie. Und sein Rat lastet jetzt wie eine erlösende Hypothek auf einer Partei, die das C im Namen noch inhaltlich kennt und nicht nur als Blumentopf herzuzeigen versteht.

Wir wissen, dass viele die CSU gewählt hätten, hätte man sie denn außerhalb Bayerns wählen können. Und so schleicht sich mit dem Erschrecken über das Anwachsen anderer politischer Kräfte auch eine gewichtige Frage an die CSU heran, die zugleich mit einer für diese Partei ebenso schweren wie starken Verantwortung verbunden ist. Es ist aber auch das Dilemma zwischen regionaler Partei mit bundespolitischem Anspruch und bundesweiter staatspolitischer sowie demokratiegeforderter Verantwortung und möglicher regionaler Schwächung. Welche Verantwortung ist größer? Wie muss heute eine Prioritätenliste aus C-Sicht und bürgerlichem wie patriotischem Anspruch aussehen?

Man kann also nicht nur einerseits klagen und andererseits verweigern. Rechts von der Merkel-Union ist eine breite Mitte, die dringend wählbar sein muss. Weil die CDU jenseits ihrer C-losen Führerin nicht erkennbar ist und keine entmerkelten beziehungsweise merkelbefreiten Profilköpfe mehr hat oder sich nicht mehr zutraut, steht jetzt die CSU vor einer historischen Herausforderung – weit über Bayern hinaus. Es geht nicht darum, was gut für Merkel ist, sondern darum, was gut ist für Deutschland. Die Politik braucht dringend einen belastbaren, mit Nachhaltigkeit versehenen Kompass.

Und das ist auch eine Anfrage an diejenigen, die noch wissen, dass es Christsein nicht zum Nulltarif gibt und Christen den Auftrag und die Befähigung haben, sich in Gesellschaft und Politik einzumischen. Wenn nicht jetzt, wann dann. Christen haben mehr zu bieten als eine billige Anpassung und ein ängstliches Sich-Verstecken. Und sie sind, wenn sie es denn wagen, Anwälte der Menschlichkeit für jeden. Diese Gleichberechtigung hilft – mehr als jede Gleichmacherei. Der Aufruf des Heiligen Johannes Paul klingt heute irgendwie besonders kräftig und aktuell: Habt keine Angst!

Martin Lohmann ist politischer Journalist, Theologe und Historiker sowie (ehrenamtlich) Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), der jährlich zu Beginn der Woche für das Leben mit einer Fachtagung den „Tag für das Leben“ (9. Apri 2016, diesmal in Mainz) und den Marsch für das Leben (am 17. September in Berlin) veranstaltet. 2013 trat Lohmann nach 41 Jahren als „nach wie vor überzeugter christlicher Demokrat“ aus der CDU aus.

kath.net-Buchtipp
Das Kreuz mit dem C
Wie christlich ist die Union?
Von Martin Lohmann
Hardcover, 208 Seiten
2009 Butzon & Bercker
ISBN 978-3-7666-1242-7
Preis 15.40 EUR

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´Wer entscheidet über Leben und Tod?´ - Presseclub diskutiert am 17.05.2015 über Sterbehilfe - Mit Martin Lohmann


Foto oben: Martin Lohmann (c) Lohmann-Media


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Lesermeinungen

 bergkristall 30. März 2016 
 

@Anno Rasso:
Merkel ist nicht die Lösung, sie ist das Problem

sehr, sehr gut und zutreffend! Danke


0
 
 queenie 25. März 2016 
 

Respekt vor Andersdenkenden ist ein

ganz großer Wert. Viele Probleme resultieren aus mangelndem Respekt gegenüber Andersdenkenden.


2
 
  25. März 2016 
 

Teil 4: Zahlen helfen

Verzeihung, aber nur eine Minderheit der der Bürger besucht regelmäßig sonntags (noch nicht einmal jeden Sonntag/ jedes Wochenende) die Messe. Sprich, signalisiert damit auch in der Tat eine Verbundheit mit dem christlichen Glauben. Das mag in der Vergangenheit anders gewesen sein. Oder vielleicht haben in der Vergangenheit schon damals die Bürger weniger geglaubt, aber gingen aus sozialen Zwängen in die Kirche (das wäre meine Lebenserfahrung).
Herr Lohmann, sie jammern über "den Mainstream". Was ist das bitte anders als "die Mitte"?
Herr Lohmann: Sie wollen eine Politik rechts der Mitte/ des Mainstreams. Dann bitte nennen Sie das auch "rechts", oder "konservativ", "christlich" und zwar im Wahlkampf. Herr Lohmann,
Christliche Vorstellungen zu Abtreibung oder PID oder ... . sind nicht mehrheitsfähig.
Unterm Strich ganz einfach: Gehen sie mit Papst Benedikt im Arm in den Wahlkampf um das Mandat in einer (Groß-)Stadt: Werden Sie gewählt?


2
 
  25. März 2016 
 

Teil 3: "Damals war alles besser" (subjektiv)

Sie erwähnen die Kanzler Adenauer und Kohl. Warum nicht Kanzler Kiesinger? Wegen seiner NSDAP Mitgliedschaft? Warum nicht Kanzler Erhard? Weil vielleicht dessen Bindung an die CDU ähnlich schwach war wie die von Kanzlerin Merkel? Und ganz im Ernst: Wollen Sie echt wieder zurück zu einer Adenauer BRD, in der es sowas wie den Kuppelleiparagraphen gab? Wie sieht es aus mit der "geistig- moralischen Wende" von Kanzler Kohl, die damit endete, dass der Kanzler dieses Landes, als Parteivorsitzender, schwarze Kassen geführt hat und nicht bestraft wird, weil er die Aussage über die Quellen verwehrt? Sie wollen diese Art von Staat? Sie halten das für einen guten Staat? Oder in den letzten Jahren: MP Mappus und "Stuttgart 21" oder der EnBW Deal: Waren das nur kleinere Fehlgriffe?
Wie war das eigentlich nochmal mit MP Stoiber, in 2002 (als die heutige Kanzlerin schon Vorsitzende der CDU war)? Ach ja, Wahl verloren.


1
 
 Thomas05 25. März 2016 
 

Anerkennung für Martin Lohmanns treffende Analyse

Ich möchte nichts wiederholen und schließe mich @Selenes Kommentar vorbehaltlos an.

Respekt für die Courage, die Herr Lohmann für seine Arbeit benötigt!


6
 
  24. März 2016 
 

Teil 2: Verdichtung dessen, was ich herauslese

Leider erlaubt die Zeichenbegrenzung keine detaillierte Herleitung entlang des Kommentars von Herrn Lohmann. Ich will es mal auf einen Punkt, eine Frage, verdichten: Wie hoch wären denn die Chancen eines CDU- Kandidaten bei der nächsten BT-Wahl, der (oder die) eine drastische Verschärfung der Abtreibung und eine generell "bibelkonforme" oder "gottgefällige" Politik in den Vordergrund des Wahlkampfes rückt? Eine Abkehr vom Ausbau von Kitas hin zu der "natürlichen Rolle der Mutter als Erzieherin der Kinder".
Ich denke, es ist fair anzunehmen, dass so ein Programm und Kandidat wesentlich zur Lösung der Probleme der SPD beitrüge. Gefährlich - geradezu undemokratisch m.M.n. - wäre aber, so eine Intention im Programm zu verstecken und dann NACH der Wahl schnell umzusetzen (Trojanisches Pferd).
Will sagen (soviel zum "C"): Ob man es nun "die Mitte" oder "den Mainstream" nennt: Dort werden Wahlen gewonnen. Es gibt einen Grund, warum die Partei BTC nicht die 5% knackt.


3
 
  24. März 2016 
 

Teil 1: Vorab zu Begriflichkeiten

@Martin Lohmann, @borromeo, @Wynfried
Ein paar Gedanken zu "bürgerlich". Verzeihen Sie, aber ich finde die Vereinnahmung des Begriffs für ein (partei-)politisches Lager abgrundtief falsch, weil mitschwingt, dass "die Anderen" abgewertet werden. Zuletzt wurde dieser Begriff doch zur BT-Wahl 2009 und in der Frühphase der anschließenden Regierungsübernahme durch die FDP überstrapaziert und aufgeladen.
Ich denke dabei insbesondere an die Hansestädte - besonders Hamburg - welche ihre Parlamente "Bürgerschaft" nennen.
M.m.n. sollten wir uns eher das Bewusstsein bewahren, dass die allermeisten Wähler eben genau das sind: Bürger/ Mitbürger.
Und dazu gehört für mich auch ein angemessener sprachlicher Umgang. Auch als Agnostiker schreibe ich "Papst Benedikt" und nicht "Ratzinger" geschweige denn (-> google) ziehe ich Vergleiche zu einer Figur aus Star Wars. Ich nenne auch Papst Franziskus nicht "High Sparrow". Und die Bundeskanzlerin ist nicht "die Raute" oder der BPrä "der Grüßaugust".


2
 
 Anno Rasso 24. März 2016 
 

CSU bundesweit II

Eine bundesweite CSU gefährdet CSU Mehrheiten in Bayern jetzt - durch Ausweitung der CDU auf Bayern und zu erwartenden Stimmverlusten.
Aber: die Ausweitung bietet die Chance eine erfahrene Christlich-bürgerliche Sammlungspartei in kurzer Zeit deutschlandweit aufzubauen.
Bleibt die CSU in Bayern, wird sie zur Provinzpartei ohne verläßlichen bundesweiten Partner. Ihr Gewicht ist dann zu gering, um wirklich die Richtung der Politik zu beeinflussen.

Der CSU ist der Mut zu wünschen, jetzt das Richtige zu entscheiden - für sich und für Deutschland.


6
 
 Anno Rasso 24. März 2016 
 

CSU bundesweit I

Nach dem Krieg haben Christen die CDU gegründet als Sammlungsbewegung um Sozialismus und National-Sozialismus zu verhindern. Das hat den Erfolg der Bundesrepublik ermöglicht. Frau Merkel hat diese Sammlungsbewegung entkernt und als politisch entkerntes Herrschaftsvehiculum benutzt. Statt im besten Sinne bürgerlich, maßvolle Politik hat sie Herrschaftssicherung durch politische Beliebigkeit betrieben (Atom, Steuer, Wehrpflicht, Euro...).
Wenn es jetzt nicht gelingt, die christlich-bürgerliche Sammlungsbewegung über die CSU wiederherzustellen, wird dieses Lager in die Wahlenthaltung oder zu neuen Alternativen wechseln. Dann aber ist der Moment verpaßt.
Letztlich bliebe die CSU auf bundesebene ohne Ansprechpartner, wenn sich die CDU endgültig nach links-grün verabschiedet (wie in Baden-Württemberg). Ihre Bedeutung sänke/verschwände. Ob und wie lange sie dann noch ihre Position in Bayern halten kann ist fraglich.


8
 
 Selene 24. März 2016 
 

Volle Zustimmung

Merkel, sozialisiert in der ehemaligen DDR, hätte niemals CDU - Vorsitzende geschweige denn Bundeskanzlerin werden dürfen.

Sie hat die CDU total deformiert und inzwischen aus dem Bundestag eine Art sozialistischer Einheitspartei gemacht, in der ALLE ihr zujubeln und ihre Macht stärken.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn bei der Bundestagswahl 2017 die CSU in ganz Deutschland wählbar wäre, bevor Merkel noch mehr Schaden für unser Land und ganz Europa anrichtet.


11
 
 borromeo 24. März 2016 

@Wynfried

Ihre Anmerkung zu "bürgerlich" halte ich für durchaus berechtigt. Mittlerweile ist dieser Begriff nicht mehr - wie noch vor einigen Jahren - eindeutig besetzt. Bis vor einiger Zeit verstand man unter den "bürgerlichen" Parteien in D alles, was nicht explizit links war, also CDU, CSU und FDP. "Linke" verstanden sich selbst nie als "bürgerlich", da dieser Begriff für sie negativ besetzt war (vermutlich für deren Sympathisanten mit dem Begriff "spießig" gleichzusetzen war). Mittlereile verschwimmen die Unterschiede so sehr, daß tatsächlich auch die Grünen irgendetwas "Bürgerliches" haben müssen, sonst wären sie wohl von etlichen Menschen aus dem CDU-Milieu nicht gewählt worden.

In dem traditionellen, jetzt wohl nicht mehr ganz passendem Kontext habe ich "bürgerlich" benutzt. Also quasi als Gegenpol zu "Links". "Rechts" würde wohl nicht passen, denn "nicht links" ist nicht gleich "rechts".

Wie dem auch sei, mangels besserer Idee habe ich's daher so formuliert.


5
 
 Wynfried 24. März 2016 

@ borromeo

Was bedeutet eigentlich der Begriff „bürgerlich“? Und was versteht man unter „bürgerlichen“ Parteien? Ich habe einfach ein Verständnisproblem mit diesem Begriff. Entspricht dieser noch der Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts? Angeblich soll doch auch ein grüner Herr Kretschmann den sogenannten „bürgerlich-konservativen Bevölkerungsanteil“ repräsentieren. Wodurch also unterscheidet sich die Merkel-CDU gesellschaftspolitisch überhaupt noch von SPD und Grünen?


2
 
 Chris2 24. März 2016 
 

Brillante Analyse

Vergelt's Gott dafür, Herr Lohmann. Ob das "C" der "DU" noch zu retten ist, wage ich allerdings ernsthaft zu bezweifeln...


9
 
 borromeo 24. März 2016 

Baden-Württemberg (2)

Als Krönung des Ganzen sieht es zurzeit danach aus, daß die CDU als Juniorpartner der kirchenfeindlichen Grünen das Land künftig regieren wird, obwohl sie genau dieses Szenario vor der Wahl ausgeschlossen hat. Sollte es soweit kommen, würde auch ich nach vielen Jahren Mitgliedschaft meine Parteizugehörigkeit zur CDU ernsthaft überdenken. Das ist schon lange nicht mehr die Partei, in die ich einmal eingetreten bin. Die katholisch/bürgerliche Fraktion wird seit Jahren mißachtet, an den Rand gedrängt und marginalisiert. Die Parteiführung unter der Raute zeigt unverhohlen ihre Arroganz, wenn solche Aussagen fallen sie "die müssen uns ja sowieso wählen, die haben gar keine Alternative". Ich kann Martin Lohmanns Analyse in dieser Hinsicht vollkommen bestätigen. Egal wie es künftig aussehen wird: Es muß wieder eine Partei geben, die dem großen bürgerlich-konservativen Bevölkerungsanteil eine Stimme und eine politische Heimat gibt. Wer dies in Zukunft sein wird, das wird man sehen.


12
 
 borromeo 24. März 2016 

In Baden-Württemberg

haben bei der Landtagswahl 2016 die aus meiner Sicht bürgerlichen Parteien (CDU, AfD, FDP) zusammen eine Mehrheit von 50,4 % der Stimmen erhalten. Damit gäbe es eine regierungsfähige Mehrheit jenseits von SPD und Grünen. Nun hört und liest man ja ständig, daß die sich selbst als "demokratisch" bezeichnenden Parteien sich dem Gespräch mit der dadurch implizit als "undemokratisch" abgestempelten AfD komplett verweigern. Genau das entspricht dem "weiter so", von dem Martin Lohmann in seinem Artikel spricht. Es gibt eine neue demokratische Kraft, die als angeblich undemokratisches Schmuddelkind in die Ecke gestellt wird. Und dies ist Konsens der sich betont "demokratisch" nennenden Parteien.


13
 
 Anno Rasso 24. März 2016 
 

Merkel oder Deutschland

Lieber Herr Lohmann,
vielen Dank für diese klarsichtige Analyse. Ich hoffe die CSU steht zu ihrerb bundesweiten Verantwortung - jetzt wo nur noch eine Partei der Union sich noch christlich nennen kann.

So eine charakterstarke und klarsichtige Persönlichkeit brauchen wir im Bundestag. Statt koffertragende, gedankenarme Abnicker die Rückkehr einer katholisch-christlicher Persönlichkeit!

Die Merkel CDU ist nicht die Lösung, sie ist das Problem.


16
 
 SpatzInDerHand 24. März 2016 

@Karlmaria: Schwarzwald???

Es geht hier nicht nur um Baden-Württemberg und ob die Bommel an den Schwarzwälder Bollenhüten vielleicht zu rot ausgefallen sind! (Diese "Bollen" gibts übrigens nur in schwarz oder rot, keine in grün ;) )

Sondern es geht um noch zwei Bundesländer sowie vor allem auf die grundsätzlichen Auswirkungen auf die Bundespolitik!

In einem Jahr haben wir Bundestagswahlen und die CDU/CSU wird entweder merklich auf die Klatsche des Wählers reagiert haben - oder sie wird in die politische Bedeutungslosigkeit versinken!

By the way: Danke für diesen wichtigen Kommentar, Herr Lohmann!


14
 
 Karlmaria 24. März 2016 

So ists halt im Schwarzwald

Nur darf man dabei nie resigniert werden. Ein einziges Gebet kann die ganze Zukunft verändern. Das muss immer vor Augen sein. Der Feind will die Resignation. Das wäre aber der größte Fehler. Selbst wenn der Linksdrall nicht aufzuhalten ist. Aber ein einziges Gebet kann trotzdem vieles zum besseren wandeln. Gott lenk die Geschicke der Welt. Gott will alles zum Guten lenken. Das kann Gott aber nur wenn gebetet wird. Schon vor Grundlegung der Welt hat Gott bestimmt: Wenn der Mensch betet dann werde Ich ihm helfen. Wenn der Mensch nicht betet dann helfe Ich ihm nicht. Also das bitte niemals vergessen. Und in der Zuwanderungsfreude kann sich ja auch noch alles zum Guten wenden. Von den Kriminellen und denen die ihre Identität verschleiern dürfen wir uns halt nicht an der Nase herumführen lassen. Und für die anderen muss ein Berufsausbildungspflicht kommen. Berufsausbildung ist die einzige Art der Integration die funktioniert. Dann schaffen wir das!


6
 

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