Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  14. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

Höret die Signale! Nicht nur in der SPD

24. Jänner 2018 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Eine Koalition als Offenbarungseid - Wer richtig hinhört, wird den eigentlichen Grund für das trotzige „Weiter-so:wir-allein-müssen-an- der-Macht-kleben-bleiben-können“ leicht erkennen: Die pure Angst vor Neuwahlen - Gastkommentar von Martin Lohmann


Berlin (kath.net) Sie ist intelligent, stark und entschlossen. Frech ohnehin. Aber: Sie ist auch verzweifelt. Kein Wunder. Denn Andrea Nahles, die Powerfrau der Sozialdemokraten, weiß ganz genau, dass ihre Partei in einer multiplexen Krise steckt. Das wurde auf dem Sonderparteitag der SPD in Bonn mehr als deutlich, ja, geradezu mit den Händen greifbar. Nicht nur das Gesicht der ehemaligen Juso-Chefin offenbarte ein Desaster einer ehemaligen Volkspartei, das über die Parteigrenzen hinweg kein Grund zum Frohlocken ist. Eher zur Sorge um unsere Demokratie. Am Ort der Bonner Republik verhinderte die wütende Verbalprovokateurin mit dem Charme einer perfekten Populistin zwar mit Quietschen und angeritzten Nerven, dass ausgerechnet hier die Berliner Politik die Grätsche machte.

Immerhin: Dort, wo einst ein Willy Brandt „mehr Demokratie wagte“, wagte die SPD die Debatte und den Dialog. So gesehen ist sie wesentlich weiter als die Union, wo genau das noch immer von der Helikopter-Raute übertüncht wird und sich niemand traut, einmal endlich mit der parteiinternen Klärung für die Zeit nach der Merkel-Dämmerung zu beginnen. In der CDU gibt es halt keine freche und begabte Andrea, die sich den schmerzhaften und zugleich notwendigen Blick über den Tellerrand der besitzstandswahrenden Opportunisten leistet. Aber für beide einst bedeutenden Volksparteien gilt heute: Sie suchen das gemeinsame Bühnenstück der bedeutungsschwangeren Selbsttäuschung im Koma des Nichts. Übrigens: Auf Kosten des Souveräns, der ihnen per Wahlentscheid im vergangenen Herbst das längst vorhandene Verdunsten der Souveränität eindrucksvoll diagnostizierte.


Die jetzt begonnenen Verhandlungen, zu denen es unter immer wieder artikulierter Beschimpfung des Souveräns, den man ja eigentlich treuhänderisch zu vertreten hat, offenbaren am Ende eine Koalition der vor lauter Selbstgerechtigkeit erblindeten Fußkranken, die nichts anderes leisten können als ein im Trance gefangenes „Weiter so“. Da wirkt der Spruch beim Sonderparteitag in Bonn, der über allen schwebte, schon fast wie ein zynischer Nachruf auf eine bundesdeutsche Demokratie. Von „neuer Politik“ kann nur im Zustand der Vollsedierung die Rede sein.

Was jetzt nur noch zählt ist das, was die Geschäftsführende Kanzlerin am Wahlabend treffend auszudrücken vermochte und womit sie andeutete, dass das Wichtigste für Deutschland und die Welt ist, dass Merkel Kanzlerin bleibt: An uns vorbei und ohne uns kann keine Regierung gebildet werden. Diesem Diktat musste sich nun auch jene Partei ergeben, deren erst vor Jahresfrist mit 100 Prozent Gefühl gewählter Vorsitzender in Bonn sein eigenes Ende für eine kleine Weile zu überleben mitleidsvoll gestattet bekam. Der als Messias gefeierte Würseler darf bei seiner politischen Beerdigung noch aktiv die Hauptrolle spielen. Die Nachfolgerin hat längst das Heft in der Hand, auch wenn sie klug genug ist, genau das nicht allzu deutlich zu zeigen. Auch hier ist die SPD echt weiter als die im Mutti-Wahn verklebte Union. Noch.

Für die in Bonn gewachsene und - wie man im WCCB-Kongresszentrum am Rhein eindrucksvoll erleben konnte - mögliche demokratische Streitkultur ist das visionärsfreie Festhalten an entleerten Parteihüllen auf Sicht fatal. Deutschland braucht vielleicht mehr als „irgendeine“ Regierung wieder erkennbare Inhalte in der Politik, die ja Dienstleister für Menschen und ihre Sorgen und Anliegen sein soll, weniger aber Schausteller übertünchter Ratlosigkeit. Es kann niemanden beruhigen, dass die Sozialdemokratie der Union vormacht, wie man jede politische Glaubwürdigkeit verspielt und sich das Kuscheln im Parallel-Universum gönnt.

Wer richtig hinhört, wird den eigentlichen Grund für das trotzige „Weiter-so:wir-allein-müssen-an- der-Macht-kleben-bleiben-können“ leicht erkennen. Es ist die pure Angst vor Neuwahlen, bei denen man weiter - man nennt das ja gerne so - abgestraft würde. Niemand scheint auf die Idee zu kommen, dass man für eine neue Zeit wirklich eine zukunftsmutige Politik braucht, zu der auch neue Köpfe gehören. Und niemand scheint wahrhaben zu wollen, dass Angst (vor Neuwahlen) nun wirklich ein denkbar schlechter Ratgeber ist. Wer Alternativlosigkeiten ausruft, darf sich nicht wundern, in der Alternativlosigkeit zu ersticken. Verbale Nebelmaschinen werden nur verzögern, nicht aber verhindern, dass es unumgänglich ist, die Politik vor dem inhaltlichen Nirvana zu retten.

Der politische Mehltau, den Schulz, Merkel und Seehofer so tapfer konservieren und hinter dem sie sich verstecken, muss bald dem mutigen Versuch nach echtem Profil weichen. Und dazu gehören dann Antworten auf die Frage, wofür eigentlich Union und SPD stehen. Und: Welche Köpfe für welche Inhalte für die Zeit nach den verdienten verbrauchten Köpfen des Gestern stehen. Es ist ja kein Zufall, eher ein eingestandener Offenbarungseid, dass man in dem Sondierungspapier vergeblich etwas sucht wie die die Stärkung von Ehe und Familie oder gar die Unterstützung von Müttern zum Wohle des Kindeswohls. CDU? Wofür steht die noch? Was unterscheidet sie von der SPD? Warum nicht eine Einheitspartei, die es faktisch ja längst gibt?

Mit den Jusos und ihrem ambitionierten Widersacher des selbstverschuldeten Glaubwürdigkeitsverlustes zeigen sich zumindest in der SPD schon mal Alternativen zu den erfolgsverwöhnten Anpasslern. Doch die suchen jetzt eine Koalition der Opportunisten, die alles andere als „groߓ sein kann. Andrea Nahles, die gerne mal „eins in die Fresse“ gibt und lautstark „blöde Dobrindts“ beschimpft, weiß das. Sie hat ein Ziel und ist alles andere als blöd. Sie kennt den katastrophalen Zustand ihrer Partei, den zu erkennen man in der Union noch einem gewohnten Verbot unterordnet. Höret die Signale - nicht nur in der SPD! Das als Theater in Berlin verkaufte Weiterleben auf der politischen Intensivstation ist nicht wirklich gut.

Martin Lohmann: Manche unserer Bischöfe mischen sich in Tagespolitik ein und wundern sich, wenn sie dann wie Tagespolitiker behandelt werden


Foto oben (c) Lohmann Media


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Bremer Grünenpolitikerin Görgü-Philipp posiert mit Holocaust-Koffer – Rücktritt nach Eklat!
  2. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  3. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  4. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  5. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  6. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  7. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  8. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  9. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  10. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  4. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  5. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  6. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  7. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  8. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  9. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  10. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  12. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz