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Wo die Dornen Rosen tragen

31. Dezember 2019 in Jugend, 5 Lesermeinungen
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Unsere Wunden werden nie wirklich heilen, wenn wir mitten im weiten Meer im falschen Boot sitzen. Wo Christus ist, da ist unsere Seele wie das Segel vor jeglichen stürmischen Winden geschützt - Die Jugendkolumne von kath.net von Dubravka Križić


Berlin (kath.net)
„Ich bin verwundet und meine Wunden werden nie wirklich heilen“, sagt Frodo zu Sam Monate nach ihrem Sieg gegen Sauron im Land der Schatten. Über den Schmerz, der den Kampf gegen das Böse mit sich bringt, ist Frodo noch nicht hinweg. Tolkien setzt den Helden zwischen zwei Welten: Er ist zurück im Auenland, seinem Zuhause, und doch sehnt er sich nach einem Ort, in dem er wirklich Heilung und Ruhe finden kann. Er fühlt sich fremd in seiner eigenen Welt, in seinen eigenen Wurzeln findet er keinen Halt mehr.
Wenn wir an diesem letzten Tag des Jahres auf das vergangene Jahr zurückblicken, dann können auch wir uns die Frage stellen, in welcher Welt wir Wurzeln schlugen und wo wir unsere Heimat aufsuchten. Haben wir Heilung, Frieden und Halt in ihnen gefunden? Auch wir Menschen stehen zwischen zwei Welten. Um uns herum wütet ein ewigandauernder Sturm und unser Herr scheint noch immer zu schlafen.

Mit Gandalf und anderen verlässt Frodo schließlich Mittelerde um an den Grauen Häfen den Ozean zu überkreuzen auf dem Weg zu seinem neuen Zuhause. Vor seiner Abreise, sagt Frodo zu Sam, seinem treusten Gefährten: „Auch du wirst eines Tages geheilt sein. Du wurdest erschaffen um gesund und vollständig zu sein.“ Sam fühlt sich entzweigerissen, denn er weiß noch nicht wo er sich wirklich zuhause fühlt.


Wenn Christus uns ruft Ihm nachzufolgen, tragen auch wir in uns ein gespaltenes Herz, wir wissen nicht wirklich, was auf uns zukommt und sind immer noch gebunden an eine weltliche Sicht der Dinge. Gott hat uns jedoch erschaffen um vollständig und vollkommen zu sein. Eines Tages wird der Mensch dann nicht mehr gespalten sein, er wird nicht mehr wählen müssen zwischen zwei Welten. Er wird, wie Christus sagt, in der Welt, aber nicht von dieser Welt sein; mit einem vollständigen Herzen, das in sich die wahre Heimat trägt, da es in sich Christus trägt. Unser jetziges Zuhause ist das schwankende Boot inmitten eines Sturmes, in dem wir jedoch gemeinsam mit Christus sitzen. Die Gewissheit, dass Er doch im gleichen Boot sitzt wie wir deutet darauf hin, dass wir trotz des Sturmes und der Ungewissheit, zuhause sind. In einem ihrer Gedichte schreibt Mascha Kaléko:

„Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.“
(„Für Einen“, 1934)

Unsere Wunden werden nie wirklich heilen, wenn wir mitten im weiten Meer im falschen Boot sitzen. Wo Christus ist, da ist unsere Seele wie das Segel vor jeglichen stürmischen Winden geschützt. Keine Meere können uns mehr umstürzen, wenn Er mit uns im Boot sitzt, wenn auch nur schlafend. Denn wo Christus ist, dort finden wir den sicheren und stillen Hafen.
Maria ist ein menschliches Beispiel dieser Stille. Sie lief durch den Dornenwald und trug, wie es in dem wunderschönen Adventslied heißt, Christus unter ihrem Herzen und wo sie ist, da ist Er und wo Er ist, da tragen die Dornen Rosen. Trotz des Schmerzes, den auch sie durchleiden musste, blieb sie still und ruhig in ihrer Hingabe zu Gott. Diese Welt ist ein widerspenstiger kahler Dornenwald und nur Jesus allein bringt Rosen in das Leblose dieser Welt. Er bringt Hoffnung und Kraft dort, wo Schmerz ist. Und jeder Neuanfang beginnt mit diesem Schmerz. Es ist ein Schmerz, der wie die Dornenzweige in sich die Möglichkeit trägt aufzublühen. Der Mensch verliert sich in dem Dornengestrüpp und es tut weh, wenn Christus uns erhebt und alles in uns neu macht. Er drückt mitten in die Wunde, denn Seine Liebe verbrennt in uns alles, was nicht zu Ihm gehört. Aber wenn wir eines Tages Christus ganz in uns tragen, wie Maria es tat, dann wird auch der tiefste Schmerz zu Rosen. In Ihm tragen wir diesen Rosenduft mit uns in die ganze Welt.

In diesem neuen Jahr möchten wir unseren Blick stets auf Christus richten. Ob Er schläft oder wacht Seine bloße Gegenwart möge uns wiederaufwecken. Wie Er Petrus aus dem Wasser hob, so hebt Christus auch uns, seine Kirche, aus den tiefsten Wässern um uns neuzumachen. Er ist der Hafen, in dem wir Ruhe, Halt und wahre Heilung finden und in dem unsere Seele Wurzeln schlägt und unsere Dornen Rosen tragen.


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Lesermeinungen

 lesa 2. Jänner 2020 

Danke!

Sehr geehrte, liebe @Rosenzweig: Danke für das schöne Gebet und Ihre Segenswünsche, die ich herzlich erwidere!
[email protected]


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 Rosenzweig 1. Jänner 2020 

Das JAHR ist aufgegangen..

-
HERR GOTT Dich lob' ich allezeit,
Dir sei es angefangen,
zu Deinem Dienst bin ich bereit.

Mein Herz will ich Dir schenken
und alles was ich tu,
im Reden und Gedenken,
im Werk und in der Ruh.
-
Es wolle uns nun segnen
Gott VATER, SOHN u. Hl. GEIST
HERR, was uns soll begegnen-
das mache wie DU willst und weißt

Zu Deines Namens Ehre,
geschehe was geschieht,
Dein Lob nur will ich mehren,
und preisen Deine Güt`- AMEN
-
MARIA - Mutter vom Guten Rat-
im Licht des Hl. GEISTES
zeig Uns u. Allen den rechten Pfad.
-
Mit diesem Segens Gebet zum Jahresbeginn- 2020!-
Allen hier im Forum u. dem ganzen werten Kath.net- Team, dankbar/ froh verbunden..


5

0
 
 Diadochus 1. Jänner 2020 
 

Meister, wo wohnst du?

"Meister, wo wohnst du? Er aber sagte zu ihnen: Kommt, und ihr werdet sehen." (Joh. 1,38)
Wo wohnt nun Jesus? Es ist der schmale enge, mit Dornen gespickte Weg, der zu Ihm, zum Heil führt. Maria ist diesen Weg gegangen. Sie hat Ja gesagt. Gehen wir mit Maria und die Dornen werden Rosen tragen. Wo Maria ist, ist Jesus. Das Jahr 2020 wird gewiss dornenreich. Gehen wir mit Maria. Ein gutes neues Jahr Euch allen und viel Freude mit Jesus und Maria.


5

0
 
 lesa 31. Dezember 2019 

Gottes Wege sind nicht unsere WEge (Jes 55)

Danke, liebe Dubravka!
Ein geistlicher Dichter sagte es so: " "Und während ich dachte, es gäbe keinen Gott und keine Liebe und keine Gnade hinein, und brachtest mich, ohne dass ich davon wusste, zu dem Haus, das mich im Geheimnis seines Antlitzes verbergen sollte."
Der Herr führt - durch Dick und Dünn. Er hat alles schon auf sich genommen und in der Eucharistie wird alles z Segen und Kraft für das Ganze, wenn das zunächst auch verborgen geschieht.
Lieber @Zeitzeuge: Auch aus den gesundheitlichen "Dornen" kann Gott "Rosen" wachsen lassen. Weiterhin viel Vertrauen und Segen im neuen Jahr!


6

0
 
 Zeitzeuge 31. Dezember 2019 
 

Danke für den schönen, besinnlichen Artikel!

Ich wünsche gerne dem gesamten
kath.net-Team und allen Mitgliedern
unserer Communio von Herzen alles
Gute zum Jahreswechsel sowie ein
gesegnetes, gnadenreiches, frohes
neues Jahr 2020,

Ihr/Euer

Zeitzeuge!

www.youtube.com/watch?v=0NA1b8TeMNI


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