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Syrien: Wiederaufgebaute maronitische Kathedrale von Aleppo eingeweiht25. Juli 2020 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Nach mehrjährigen Aufbauarbeiten wurde die maronitisch-katholische Kathedrale Sankt Elias in Aleppo am 20. Juli wieder eingeweiht.
München-Wien (kath.net/KIN)
Nach mehrjährigen Aufbauarbeiten wird die maronitisch-katholische Kathedrale Sankt Elias in Aleppo am 20. Juli wieder eingeweiht. Die im 19. Jahrhundert errichtete Kirche war zwischen 2012 und 2016 durch mindestens drei Raketeneinschläge und weitere Kampfhandlungen schwer beschädigt worden. Die schlimmsten Schäden an dem Bauwerk entstanden im Jahr 2013: Damals hatten islamistische Kämpfer den Stadtteil gestürmt, in dem sich die Kathedrale befindet. Dabei versuchten sie, alle christlichen Wahrzeichen zu zerstören.
Zu Weihnachten 2016 gingen Bilder um die Welt, als die Gemeinde nach dem Ende der Kampfhandlungen Gottesdienst in der zerstörten Kathedrale feierte und eine Krippe in den Trümmern errichtete. Danach begann der Wiederaufbau; das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat ihn hauptsächlich unterstützt. 
„Wiedereröffnung ist Botschaft an Christen in aller Welt“
Entsprechend groß ist nun die Freude der maronitischen Gemeinde wie der gesamten christlichen Bevölkerung, erklärte der zuständige Erzbischof Joseph Tobji: „Die Eröffnung unserer Kathedrale ist eine Botschaft für die Christen in Aleppo und der ganzen Welt. Der Wiederaufbau ist ein Beweis, dass wir trotz unserer schwindenden Zahl immer noch in diesem Land leben. Unsere Stimmen werden Gott an diesem Ort trotz aller Schwierigkeiten weiterhin loben.“
Der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ International, Dr. Thomas Heine-Geldern, wandte sich mit einer Video-Botschaft an die Teilnehmer der Eröffnungsfeierlichkeiten: „Ich bin traurig, dass ich wegen der Corona-Beschränkungen an diesem Tag der Freude nicht bei Ihnen sein kann. Wir sehen die Sankt-Elias-Kathedrale und es ist ein Wunder. Es ist fantastisch, dass sie in ihrer alten Pracht wiedererstrahlt. Ich wünschte, dass sie wieder zum Zentrum der gesamten christlichen Gemeinschaft wird, so wie es vor diesem schrecklichen Krieg war.“
Nur ein Drittel der Christen ist geblieben
Die syrischen Christen haben unter den Auswirkungen des Syrienkriegs schwer gelitten. Laut „Kirche in Not“ vorliegenden Quellen leben derzeit höchstens 30.000 Christen in Aleppo. Vor Ausbruch des Syrienkriegs im Jahr 2011 waren es etwa 180.000. In ganz Syrien waren es rund 1,5 Millionen Christen, heute ist etwa ein Drittel davon übrig.
Die wiederaufgebaute Kathedrale Sankt Elias beherbergt die maronitisch-katholische Gemeinde von Aleppo. Sie gehört zu den kleineren christlichen Gemeinschaften in Aleppo, ist aber bei der humanitären und pastoralen Betreuung der Bevölkerung sehr aktiv. „Unser Wunsch ist es, zu bleiben – nicht nur, weil wir hier geboren wurden oder weil wir keine andere Möglichkeiten hatten, sondern weil es unsere Mission ist“, erklärte Erzbischof Tobji im Gespräch mit „Kirche in Not“. „Wir sind eine Familie. Meine Absicht war es, das gemeinsame Haus zu erneuern, dass uns vereint und willkommen heißt.“
Foto: Blick in den wiederaufgebauten Innenraum der Kathedrale. © Kirche in Not
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Lesermeinungen| | SalvatoreMio 25. Juli 2020 | | | | Die Regierung in Syrien - Herr Assad Darüber kann ich mir absolut kein Urteil erlauben, aber ich mich erinnere mich sehr genau: als es mit den Kampfhandlungen losging, standen gerade viele Christen auf Seiten von Herrn Assad. Sie konnten ihren Glauben frei leben. - Und damals fragte ich mich oftmals: "Was geht in dem Land wirklich vor? Was für Rebellenkräfte rücken da wohl an aus Nachbarländern? Ob wir im Westen davon wirklich Ahnung haben? |  5
| | | | | Zsupan 25. Juli 2020 | | | | @Philipp Neri Zustimmung zu Ihrem Beitrag.
Leider werden wir im Westen oft mit sehr einseitigen Narrativen abgespeist; die Rede von "gemäßigten Rebellen" (sic!) in Syrien habe ich noch nie verstanden. Faktum ist, dass aus Sicht der Religionsfreiheit die Assad-Diktatur einer muslimischen Diktatur vorzuziehen ist. |  6
| | | | | Philipp Neri 25. Juli 2020 | |  | Wie ist das möglich? Ich beschäftige mich schon seit Längerem mit der Frage, wie es möglich ist, dass in einer weitgehend zerstörten Stadt Aleppo Christen in Syrien es schaffen, ihre Kathedrale wieder auf zu bauen. Der dortige Machthaber Assad lässt Ihnen anscheinend freie Hand dazu.
Auch in Syrien leben diese Christen immerhin einem muslimischen Umfeld!
Aber was für ein Unterschied zu dem Vorgehen des türkischen Machthabers, der erst gestern die Hagia Sophia wieder in eine Moschee umwandelte,obwohl die Chance bestand, eine wirkliche Aussöhnung mit den Christen in seinem Land herbeizuführen und die ehemalige Kirche dauerhaft weiterhin so zu belassen, wie der Status war.
Nein, es wurde dort eine Konfrontation gesucht. Warum?
Man könnte auch fragen, warum man denn in Syrien einmarschierte, warum man jetzt die Armenier so martialisch bedroht und und und ... Das soll nicht das Vorgehen von Assad entschuldigen, aber es stellen sich mir doch etliche Fragen, im Gegensatz zu der Betrachtungsweise hier im Westen! |  9
| | | | | SalvatoreMio 25. Juli 2020 | | | | Ein Wunder - so erscheint mir diese Nachricht! Es gibt auch wunderbare Ereignisse!
Lasst uns dankbar sein, dass dieser Neuaufbau möglich werden konnte dank Gottes Gnade und tatkräftiger und hoffnungsvoller Menschen! |  9
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