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Gemeinsam mit Jesus, der rettet und heilt, die Zukunft vorbereiten

30. September 2020 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Franziskus: die Gesellschaft erneuern und nicht einfach zur so genannten ‚Normalität’ zurückkehren, denn diese Normalität war krank vor Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Umweltzerstörung. Schreiben ‚Sacrae Scripturae affectus’. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Darum wollen auch wir, die wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die Sünde abwerfen, die uns so leicht umstrickt. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der vor uns liegt, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt“ (Hebr 12,1-2).

 

Generalaudienz im Hof des Apostolischen Palastes „San Damaso“ statt. Die Teilnahme steht allen offen, die dies wünschen, ohne dass Eintrittskarten benötigt werden. Der Eintritt erfolgt ab 7.30 Uhr vom Bronzetor (Kolonnade rechts vom Petersplatz). Die neunte Katechese der Reihe „Die Welt heilen“ stand unter dem Thema: „Gemeinsam mit Jesus, der rettet und heilt, die Zukunft vorbereiten“.

 

In den letzten Wochen, so Franziskus, „haben wir gemeinsam im Licht des Evangeliums darüber nachgedacht, wie wir die Welt heilen können, die unter einem Unwohlsein leidet, das durch die Pandemie hervorgehoben und akzentuiert wurde. Wir haben die Wege der Würde, Solidarität und Subsidiarität beschritten, die unverzichtbare Mittel zur Förderung der Menschenwürde und des Gemeinwohls sind“.

 

Als Jünger Jesu machten wir uns auf, den Schritten Jesu zu folgen, indem wir uns für die Armen entschieden, den Gebrauch der Güter überdächten und uns um das gemeinsame Haus kümmerten. Inmitten der Pandemie, die uns heimsuche, hätten wir uns an den Prinzipien der Soziallehre der Kirche verankert und uns von Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe leiten lassen. Hier „haben wir eine solide Hilfe gefunden, Agenten des Wandels zu sein, die große Träume haben, die nicht bei den kleinlichen Dingen stehen bleiben, die trennen und verletzen, sondern uns ermutigen, eine neue und bessere Welt zu schaffen“.


 

Wenn Jesus die Menschen von ihren Krankheiten und körperliche Gebrechen geheilt habe, habe er sie auch in ihrem Inneren gesund gemacht, indem er ihnen die Sünden vergeben und ihre sozialen Nöte in den Blick genommen habe.

 

Jesus, der alle Geschöpfe erneuere und versöhne, gebe uns die Gaben, die wir brauchten, um zu lieben und zu heilen, wie er es getan habe (vgl. Lk 10,1-9; Joh 15,9-17). Wir alle könnten mit unseren Gaben und Fähigkeiten zur Heilung der Beziehungen beitragen:

 

„Wir wollen die Gesellschaft erneuern und nicht einfach zur so genannten ‚Normalität’ zurückkehren, denn diese Normalität war krank vor Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Umweltzerstörung“.

 

Die Normalität, zu der wir berufen seien, sei die des Reiches Gottes, wo „die Blinden wieder sehen, die Lahmen wieder gehen, die Aussätzigen rein werden und den Armen das Evangelium verkündet wird“ (vgl. Mt 11,5).

 

Ein kleiner Virus verursache weiterhin tiefe Wunden und lege unsere physischen, sozialen und spirituellen Schwachstellen offen. Es habe die große Ungleichheit aufgedeckt, die in der Welt herrscht: Ungleichheit der Chancen, Ungleichheit der Güter, Ungleichheit des Zugangs zur Gesundheitsversorgung, Ungleichheit der Technologie und so weiter.

 

Diese Ungerechtigkeiten seien weder natürlich noch unvermeidlich. Sie seien das Werk des Menschen, sie entsprängen einem Wachstumsmodell, das von den tiefsten Werten losgelöst sei. Dadurch hätten viele Menschen die Hoffnung verloren und Unsicherheit und Ängste verstärkt. Deshalb müssten wir, um aus der Pandemie herauszukommen, nicht nur ein Heilmittel für das Coronavirus, sondern auch für die großen menschlichen und sozioökonomischen Viren finden. Und sicherlich könnten wir nicht erwarten, dass das Wirtschaftsmodell, das einer ungerechten und nicht nachhaltigen Entwicklung zugrunde liegt, unsere Probleme lösen werde. Das „hat es nicht und wird es auch nicht, auch wenn gewisse falsche Propheten weiterhin die ‚Pferdeäpfel-Theorie’ (‚Trickle-down effect’) versprechen, was niemals eintritt“.

 

In der Normalität des Reiches Gottes reiche das Brot für alle, weil jeder das Seine beitrage und alles gerecht geteilt werde (vgl. Mt 14,13-21). Wir brauchten dringend eine gute Politik und eine Sozialordnung, die Teilhabe, Fürsorge und Großzügigkeit statt Gleichgültigkeit, Ausbeutung und Eigeninteresse belohnten. Denn „nur eine faire und gerechte Gesellschaft ist eine gesunde Gesellschaft“.

 

„Stellen wir diesen Weg der Heilung unter den Schutz der Jungfrau Maria, Unserer Lieben Frau der Gesundheit“, so der Papst abschließend: „Sie, die Jesus in ihrem Schoß getragen hat, helfe uns, zuversichtlich zu sein. Vom Heiligen Geist beseelt, können wir gemeinsam für das Reich arbeiten, das Christus in dieser Welt eröffnet hat und das unter uns kommt. Ein Reich des Lichts inmitten der Finsternis, der Gerechtigkeit inmitten so vieler Freveltaten, der Freude inmitten so viel Schmerzes, der Heilung und Erlösung inmitten des Hasses. Möge Gott uns gewähren, die Liebe zu ‚viral’ werden zu lassen und die Hoffnung im Licht des Glaubens zu globalisieren“.

 

Am Ende der Audienz kündigte der Papst ein neues Apostolisches Schreiben an:

 

„Heute habe ich das Apostolische Schreiben ‚Sacrae Scripturae affectus’ zum 1600. Jahrestag des Todes des heiligen Hieronymus unterzeichnet. Das Beispiel dieses großen Lehrers und Kirchenvaters, der die Bibel in den Mittelpunkt seines Lebens stellte, erwecke in allen Menschen eine erneuerte Liebe zur Heiligen Schrift und den Wunsch, im persönlichen Dialog mit dem Wort Gottes zu leben“.

 

 

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

 

In einigen Tagen begehen wir das Schutzengelfest. Wenden wir uns im Gebet oft an sie, auf dass sie uns in allen Lebenslagen beistehen und uns helfen, unseren Blick fest auf Jesus, unsere einzige Rettung, zu richten.

 


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Lesermeinungen

 laudeturJC 30. September 2020 

Habemus Papam

der sagt, wir könnten die Welt heilen, an deren Problemen ein falsches Wachstumsmodell schuld sei, das durch ein Virus offengelegt wurde...Kyrie eleison.


3

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 Labrador 30. September 2020 
 

Liebe Herbstlicht, lieber Stefan Fleischer - völlig richtig, die Anbindung an”oben”/Gott fehlt

Aber auch als rein diesseitige Wortmeldung habe ich von Maturanten gehaltvolleres gelesen

1) Umweltzerstörung
Das tut der Mensch seit Hunderttausend Jahren, das tut die Natur (Erdbeben, ...).
Setzt man es absolut, fordert man zwangsweise die Auslöschung der Menschheit. PF selbst geht nicht soweit, aber diese Forderungen finden sich durchaus bei manchen, die ihn verehren

2) Ungleichheit
Da uns Gott ungleich geschaffen hat, groß und klein, schlank oder rund, schön oder schwach oder irgend etwas dazwischen, mit mehr oder weniger Stärke, Klugheit, Musikalität, Antrieb, ... fällt es leicht, das als heiße Luft zu bezeichnen.
Alternativ könnte ich ja von PF Haare für meine Glatze einfordern :)

3)Ungerechtigkeit
Ungleichheit kann natürlich auch Resultat von Ungerechtigkeit sein, aber nicht jede Ungleichheit ist Ungerechtigkeit.

Im Gegensatz zu Unrecht, das ich allgemein beschreiben kann, verlangt die Feststellung von Ungerechtigkeit eine genauere Benennung


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 Herbstlicht 30. September 2020 
 

@Stefan Fleischer

So richtig Gerechtigkeit und Wohlergehen für alle auch sein mag oder ist, so vermisse ich doch wie Sie in den Reden Franziskus das überweltliche Element.
Wenn die Menschen eine innere Beziehung zu Gott hätten und sich ihm verantwortlich fühlen würden, gäbe es solche gravierenden Ungerechtigkeiten vermutlich viel weniger.
Das Materielle allein macht noch kein gutes, sinnerfülltes Leben aus.


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 Stefan Fleischer 30. September 2020 

Meine Frage aber ist je länger je mehr:

„Diese Normalität war krank vor Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Umweltzerstörung“. Sie ist es immer noch und wird es noch lange sein. Aber sind das nicht einfach die Symptome dessen, dass der Mensch, infolge der Erbschuld, „sein will wie Gott, selber wissen, selber entscheiden will, was Gut und was Böse ist?“ (vgl. Gen 3,5) Müssten wir also nicht immer zuerst mit dem Kreuz Christi, mit seiner Erlösung aus Sünde und Schuld zu den Menschen kommen? Wäre dann nicht die erste Forderung an uns selbst und dann an die Welt nicht: „Lasst Euch mit Gott versöhnen?“ (vgl. 2.Kor 5,20)
«In keinem anderen Zeichen ist Heil!» Eine Wahrheit, welche heute m.E. allzu oft vergessen geht.


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