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Liest Paul Zulehner zuviel Dan Brown?

13. September 2013 in Österreich, 40 Lesermeinungen
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Paul Zulehner streut in einer ORF-Sendung Mordgerüchte "Manche Konservative denken daran, den Papst umzubringen" - Dann legt er Franziskus Worte in den Mund, die dieser so nicht gesagt hat und lässt den "Geist des Konzils" wieder aus der Flasche


Wien (kath.net) Der emeritierte Wiener Pastoraltheologie Paul Zulehner hat gestern in der ORF-Sendung ein Gerücht gestreut: Es gäbe Konservative in der Kirche, denen es zu viel werden könnte und manche sogar daran denken, den Papst umzubringen. Er hoffe aber, so Zulehner, dass sich Franziskus durchsetzen kann. Einen Nachweis für die Behauptung der Mordgefahr durch konservative Katholiken lieferte er nicht.

Dann wurde Zulehner zum Lieblingsthema Nr. 1 nicht weniger Journalisten befragt: Den Zölibat. Anlass war das Interview vom designierten Staatssekretär Pietro Parolin, in dem das Thema angesprochen wurde. Von einigen Medien wurde daraufhin Auszüge in verzerrender Weise veröffentlicht, die wiederum von liberalen Kirchenkreisen für die eigene Propaganda missbraucht wurden. Es überrascht wohl nicht mehr, dass Zulehner für die Abschaffung des Zölibats bei katholischen Priestern eintritt.


Auch zum 2. Vatikanum hat der emeritierte Pastoraltheologe seine Meinung über Papst Franziskus. So behauptet er: "Der Papst werde das Konzil fortsetzen, weil er auch versprochen habe, dass man den Geist des Konzils nicht ersticken kann, weil der Geist lasse sich nicht ersticken". Zulehner sagt, er sei Optimist, dass es jetzt wirklich mit dem Konzil vorangehe.

Damit hat Zulehner allerdings Papst Franziskus Worte in den Mund gelegt, die er so nicht gesagt hat. Papst Franziskus hat das Konzil am 16. April in einer seiner Morgenpredigten angesprochen und dabei beispielsweise auch kein Wort von einem "Geist des Konzil" gesprochen. Das II. Vatikanische Konzil sei ein „schönes Werk des Heiligen Geistes“ gewesen: „Denkt an Papst Johannes: er schien ein guter Pfarrer zu sein, und er gehorchte dem Heiligen Geist und hat das getan. Doch nach 50 Jahren – haben wir alles getan, was uns der Heilige Geist beim Konzil gesagt hat? In jener Kontinuität des Wachstums der Kirche, die das Konzil gewesen ist? Nein. Wir feiern diesen Jahrestag, wie setzen ein Denkmal, aber es darf uns ja nicht stören. Wir wollen keine Änderung. Mehr noch: es gibt Stimmen, die rückwärts gehen wollen. Das heißt es, halsstarrig zu sein, das heißt es, den Heiligen Geist zu zähmen, das heißt es, töricht und langsamen Herzens zu werden“.

Link zum ORF-Bericht, mit Video von Zulehners Originalaussagen: "Angst um Papst wegen Zölibatsdebatte"

Die Morgenpredigt von Franziskus: "Um es klar zu sagen: der Heilige Geist stört uns!"

Das Interview von Parolin im Wortlaut: "'Rückkehr zu den fundamentalen Prinzipien der Kirche'"



Foto: (c) orf.at


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