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Eigenartig

21. Oktober 2013 in Kommentar, 31 Lesermeinungen
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Obwohl die Causa „Bischof Tebartz-van Elst“ seit Wochen die Medienlandschaft bestimmt, wird längst nicht alles gesagt. Ein Gastkommentar von Robin Baier, Kaplan im Bistum Limburg


Limburg (kath.net) Eigenartiges erlebt man in diesen Wochen im Bistum Limburg, und fast täglich darf man über neue Schlagzeilen staunen. Doch wie so oft lohnt sich auch hier ein zweiter Blick auf die Dinge, mitunter auch von ungewohnten Standpunkten aus.
Journalisten, allen voran die der FAZ, kritisieren, Bischof Tebartz-van Elst habe die Leute „hinters Licht geführt“ und fordern, er solle sich dafür entschuldigen bzw. zurücktreten. Doch die Maßstäbe, die sie an andere anlegen, gelten für sie selbst anscheinend nicht. Volker Zastrow beispielsweise schrieb in seinem Artikel „Cave canem“ vom 04.08.2013, im Bischofshaus sei ein Diktiergerät versteckt worden, um Besucher heimlich abzuhören. Tatsächlich aber war es nur ein Gerät zur Messung der Luftfeuchtigkeit.

In seinem Artikel „Jenseits der Frustrationsgrenze“ vom 20.09.2012 suggerierte Daniel Deckers, im Bistum Limburg würden Männer geweiht, „die andernorts mit guten Gründen abgelehnt wurden“. Nachweislich existiert kein einziger solcher Fall.

Noch weitere Beispiele könnten hier angefügt werden. Diese Dinge korrekt zu recherchieren wäre ein Leichtes gewesen. Ein einfacher Anruf hätte genügt. Aber anscheinend hatten die Herren Journalisten kein gesteigertes Interesse an der Wahrheit. Ist nicht gerade hier die Öffentlichkeit hinters Licht geführt worden? Und haben sich Herr Zastrow oder Herr Deckers je dafür entschuldigt oder gar ihre Kündigung eingereicht?


Die Person

Die Frage, wie der Limburger Bischof nun zu bewerten sei, haben die deutschen Leitmedien schon früh entschieden. Bei allem Schmerz über möglicherweise falsches Verhalten und ggf. vertane Chancen darf jedoch ein Grundsatz nicht außer Acht gelassen werden: Einer Person wird man niemals gerecht, wenn nur einige Aspekte von ihr beleuchtet werden und andere ausgeblendet bleiben. Kaiser Nero beispielsweise hätte als vorbildlicher Herrscher in die Geschichte eingehen können, sofern lediglich sein Engagement für Kunst und Kultur berücksichtigt worden wäre. Andersherum hätte Bernhard von Clairvaux niemals heiliggesprochen werden können, wenn er auf seine Position zu den Kreuzzügen reduziert worden wäre.

Bischof Tebartz-van Elst hat in den letzten fünf Jahren im Bistum Limburg meiner Meinung nach Hervorragendes geleistet. Er hat sich für einen geistlichen Aufbruch eingesetzt wie kaum einer seiner Amtskollegen. Mir sind nicht wenige Leute bekannt, die durch die Art und Weise, wie er die Liturgie feiert oder die Bistumswallfahrten geprägt hat, eine Vertiefung ihres Glaubens erfahren haben. Ich selbst war knapp zwei Jahre in der Stadt Limburg eingesetzt und hatte davon ein dreiviertel Jahr meine Wohnung direkt unter der des Bischofs. Ich konnte den Menschen Tebartz-van Elst in sehr vielen verschiedenen Situationen erleben und muss sagen: Ich habe ihn ausschließlich als sehr freundlich, höflich, zugewandt und durchaus auch bescheiden wahrgenommen. Er hört aufmerksam zu und ist sehr wohl offen für Kritik. Trotz seines dauerhaft immensen Arbeitspensums zeigte er sich niemals ungeduldig oder abweisend. Oft habe ich ihn auch in der Kapelle angetroffen, wo er im Gebet vertieft die Anliegen der Diözese vor Gott gebracht hat. Wollte man seine Arbeit wirklich beurteilen, müsste all das mit berücksichtigt werden. Doch soweit reicht das öffentliche Interesse bedauerlicherweise nicht.

Wie wird es nun weitergehen?

Im Raum steht die Forderung, der Bischof müsse nun endlich zurücktreten. Jenseits der Frage, welche Motivationen im Einzelnen tatsächlich hinter dieser Forderung stehen, so offenbart sie doch nicht zuletzt auch ein recht eigentümliches Verständnis dessen, was ein Bischof ist. Die gebräuchlichste Anrede für Kleriker in anderen Ländern ist „Padre“ bzw. „Father“. Würde man im deutschsprachigen Raum einen Priester mit „Vater“ anreden, wäre so mancher wohl irritiert oder würde sich gar beleidigt fühlen, so fremd ist hierzulande diese Denkweise leider geworden. Tatsächlich aber ist jeder Priester, und erst recht jeder Bischof, wie ein Vater für seine Gläubigen. Seinen Vater aber kann man sich nicht aussuchen. Man hat ihn, egal ob es einem passt oder nicht, ob dieser sich gut verhält oder nicht. So erzählt diese Anrede nicht zuletzt etwas über eine Grundhaltung, die dem Gegenüber eine Art der Akzeptanz entgegenbringt, die beileibe nicht blind oder naiv ist, sich aber unabhängig weiß von der Leistung des anderen. Manch einer mag eine solche bedingungslose Akzeptanz als weltfremd oder gar gefährlich abtun. Jedoch ist das genau die Art und Weise, wie Gott uns Menschen begegnet und ohne die wir vor ihm nicht bestehen könnten.

Jeder hat das Recht, mit seinem Bischof zu streiten wie eine Tochter oder ein Sohn mit seinem Vater. Wer aber seinen Bischof zum Rücktritt auffordert, macht aus einem väterlichen Verhältnis ein funktionalistisches. Ob die Kirche dadurch ein freundlicherer Ort wird, darf bezweifelt werden.

Foto des Limburger Doms


Führung durch die Bischofsresidenz in Limburg - Amateurvideo vom 5.9.2013 direkt vor Ort



Foto Limburger Dom (c) kath.net/Melanie Bock


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Lesermeinungen

 friederschaefer 24. Oktober 2013 
 

Geistlicher Aufbruch

was das sein wohl könnte? Vielleicht ein Denken im Sinne des Zimmermanns aus Nazareth? Ein sich Zuhausefühlen in SEINEM Haus, der Kirche? Wenn TvE dies versucht hat und gescheitert ist - welch ein Verlust für alle! Respekt für Sie, Hr. Kaplan und das Zeugnis für Ihren Bischof. Dies wiegt mehr als alle Angriffe von Seiten der Halb-Wissenden!


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 Fides Mariae 23. Oktober 2013 
 

Es steht eins zu eins bei den Kaplänen

Wow, Herr Kaplan! Ich bin beeindruckt über Ihr mutiges Eintreten für den Bischof! Sie machen für Ihre Berufsgruppe wieder gut, was dieser unsägliche Kaplan angerichtet hat, der bei seinem Abschied im Limburger Dom über seinen Bischof gelästert hat. Genau so, wie Sie schreiben, habe ich Bischof Tebartz-van Elst in seinen ersten Jahren im Bistum erlebt.


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 goegy 22. Oktober 2013 
 

Habe eben das Amateut-Video zur Limburger Bischofs Residenz gesehen.
Bin sehr beeindruckt. Nichts Protziges ist da aufgefallen, dafür aber sehr hohe architektonische Qualität und auf Langlebigkeit ausgerichtete Materialien.
Qualität hat nun einmal ihren Preis und Baukosten können all zu leicht aus dem Ruder laufen, wie dies bei öffentlich-rechtlichen Auftraggebern, trotz all ihren beigestellten Super-Spezialisten und Experten, immer wieder geschieht.
Immer mehr kommt der Eindruck auf, dass viele ungute menschliche Eigenschaften zu Tage treten, bei dieser Hatz auf den jungen Limburger Bischof, der offensichtlich etwas langfristig Gutes und Richtiges schaffen wollte.
Trotz den Fehlern, die ihm dabei unterlaufen sind, hat er meine volle Sympathie.


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 Portner 22. Oktober 2013 
 

@ Marienzweig + @ Rolando

Danke!


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 Victor 22. Oktober 2013 
 

Treter hier und da

Die ehemals gute FAZ aus Frankfurt ist für mich als jahrzehntelangem Leser unten durch.
Charakterlos finde ich Herrn Bischof Ackermann- Bistum Trier, der im Jauch-Talk ebenfalls meinte selbst mittreten zu sollen.


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 Marienzweig 22. Oktober 2013 

@Portner

Lieber Glaubensbruder!
Wir müssen uns nicht einigen!
Ich habe nicht die Macht und Möglichkeit, Sie von Ihren negativen Einstellungen der katholischen Kirche gegenüber abzubringen.
Vor uns allen liegt ein Weg, von dem wir nicht wissen, wohin er uns noch führt.
Wer weiß, wie Sie in einem Jahr, in 10 Jahren, in 20 Jahren darüber denken!
Es wäre schön, wenn Sie irgendwann einmal Ihren Frieden mit der Kirche machen könnten.
Ich lebe in Baden, nicht weit entfernt von einem Kloster.
Dort lebt Pater Pius, den ich wirklich gern meinen geistlichen Vater nenne.
Vielleicht könnte eine "geistliche Begleitung" auch einmal etwas für Sie sein, falls es Ihnen gelingt, Ihre Ressentiments gegen die Kirche zumindest zeitweilig zurückzustellen und dankbar aufzunehmen, was Ihnen in einem solchen Begleitungsprozess geschenkt wird.
Keine Sorge: "Geistliche Begleitung" bedeutet nicht Indoktrinierung und Gehirnwäsche, sie ist eine gute Möglichkeit, im Glauben zu wachsen und zu hören, was Gott uns sagen will.


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 Rolando 22. Oktober 2013 
 

Portner

Sie schreiben: Sie hoffen das Gott Ihnen verzeiht, in der sakramentalen Beiche tut er es, auch wenn er weiß das Sie morgen wieder sündigen. In der Bußandacht gibt es keine Lossprechung, Sie tragen alles weiter mit herum.
War ein kleiner Nachtrag, ich hoffe Sie verstehen, nicht um meinetwillen, sondern um Ihretwillen.
Lb Gruß


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 Waldhof 22. Oktober 2013 
 

Kleine Anmerkung

Danke schon allein für den Mut, für den Bischof einzutreten !
Eine kleine Anmerkung hätte ich aber doch: Es gibt kein Recht, um mit dem Bischof zu streiten. Etwaige Kritik sollte in angemessener Weise intern erfolgen, soweit es gegnerische Positionierungen noch zulassen.
Die Kritiker des Limburger Bischofs haben der Kirche geschadet. Das ist ihre "Leistung".


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 Wiederkunft 21. Oktober 2013 
 

Video

Liebe deutsche Glaubensbrüder! Habe mir das Video angesehen. Über Geld lässt sich bekanntlich streiten, aber was hier geschaffen wurde ist wunderschön und ist dieses Geld wert. Hier wurde eine Kunstimmobile erhalten und neu geschaffen. Das nennt man sinnvolle Geldanlage. Schauen wir uns doch die Bischofsitze von früher an, hier wurde noch viel mehr Geld investiert. Natürlich stellt sich die Frage ,wohin geht die Kirche zukünftig? Aber den Kurs bestimmt die Gesamtkirche. Man kann doch nicht auf einen einzelnen Bischof los gehen und in für dieses strittige Thema, alleine die ganze Last aufbürden!


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 Hadrianus Antonius 21. Oktober 2013 
 

Insinuierend II

Diese Insinuation verdeckt die einfache Tatsache, daß der Geist in bestimmten Seminaren vielen Kandidaten nicht anspricht- nicht umsonst sitzen etwa 90% aller flämischen Kandidaten in 's Hertogenbosch,Fontgombault,
in traditionalistischen Seminarien...
Es ist in dieser Hinsicht eine edle Tat auch Kandidaten von auswärts zu empfangen; das Suchen, Finden und Erleben der Berufung ist häufig eine sehr schwierige Zeit- dieser Tatsache wird D.D. mit seiner Kritik nicht gerecht (wobei man feststellen muß, daß es nicht selten Menschen mit einem ex-priesterlichen Stand oder einer abgebrochenen Priesterausbildung sind, die sehr harsch über die Kirche und ihre Bischöfe herfallen; wahrscheinlich spielt hier viel Frust um persönlich entgangenem Klerikalismus eine Rolle)(Vom Hl.Vater übrigens expressis verbis beanstandet).
Der serene Charakter dieses Artikels ist deshalb sehr lobenswert.


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 Hadrianus Antonius 21. Oktober 2013 
 

Sehr tapfer! I

Herr Kaplan Baier verdient für diesen Artikel höchste Anerkennung und Respekt.
Es ist sehr mutig in dieser schweren Zeit mutig öffentlich seine Meinung und persönliche Erfahrungen gegen den Mainstream und die aufgehetzte Medien in kundzutun, besonders für einen jungen Kaplan; etwas von diesem Mut hätte ich mich auch bei vielen Bischöfen und Prälaten gewünscht.
Und das zweite Erfreuliche ist die Serenität dieses Artikels, die Ruhe womit Fundamentales erklärt wird, eine notwendige Eigenschaft um sich zu besinnen und die Geister richtig zu unterscheiden.
Bravo!
Besonders abstoßend finde ich den Artikel von D.D. "Jenseits der Toleranzgrenze" betr. die Aufnahme von auswärts abgewiesene Priesterkandidaten: eine doppelte Perfidie, unterstellt dies doch daß die Seminare auswärts gut sind, die abgewiesene Kandidaten also schlecht und das eigene Seminar/Bischof fehlerhaft: eine totale Unwahrheit- aber unaufhörlich mantrahaft wiederholt.


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 JP2B16 21. Oktober 2013 
 

Eine interessante Randnotiz zum Autor

Interessante Randnotiz, die vielen Leser hier gefallen könnte:
Ich kenne Herrn Kaplan Baier nicht persönlich, wohne nicht in seinem Bistum, aber über eine "gefügte" Begebenheit von ihm gehört, da sein früherer, "weltbekannter" Arbeitgeber uns verbindet. Er ist einem Beruf nachgegangen, von dem viele technisch interessierte junge Männer und inzwischen auch Frauen meist nur träumen können – einem Beruf, dem die Welt in der Regel höchste Anerkennung und Bewunderung ausspricht. "Berufen" wurde er aber offenbar dann weg von den physischen hin zu den "entweltlichteren" Sphären. Insofern darf man seine Einschätzung von Bischof Tebartz-van Elst durchaus als in hohem Maße der Wirklichkeit entsprechend werten. Sein hier angesprochenes Engagement bzgl. geistigen Aufbrüchen und Vertiefung des Glaubenslebens, sind es, die Bischof Tebartz-van Elst Häme, Hass und Bösartigkeiten seitens seines eigenen Bistums entgegenschleudern lassen – nicht die Bauten am Domberg. Mit einem Satz: Joh 15, 18-19.


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 Eva 1941 21. Oktober 2013 
 

Große Anerkennung ..

Herr Kaplan Baier, daß Sie den Schneid haben, sich öffentlich hinter Ihren Bischof zu stellen. Hoffentlich trauen sich bald viele Ihrer Mitbrüder, es Ihnen gleich zu tun.
Ich glaube, Sie sind auf dem besten Weg, ein guter Hirte (und kein Mietling) der Ihnen anvertrauten Menschen zu werden. Gott segne Sie!


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 Portner 21. Oktober 2013 
 

Kirche, eine Zwei-Klassen-Gesellschaft????

Hallo @ Wolfgang Star,
ich sähe keinen plausiblen Grund warum ich den Priester der im Beichtstuhl im Auftrag der RKK hockt als Vater ansprechen sollte. Ich brauche niemanden, der sich zwischen mich und Gott stellt, weil ich nur Gott um Vergebung meiner Sünden bitte und hoffe, dass er mir vergibt und verzeiht. Dass ein Priester die Weihe zum Priester hat, basiert auf einem Ritus der RKK, den diese aus Kirchen immanenten Gründen zum Sakrament der Priesterweihe hoch stilisiert hat. Warum reicht z. B. für eine Ordensoberin eine Segnung. Weil sie eine Frau ist oder ist sie vielleicht weniger wert als ein Mann?
Ob ich beichte, das ist meine Sache und geht Sie eigentlich nichts an, aber ich sage Ihnen gerne, dass mir dieses sog. Sakrament sehr fremd ist, vielleicht noch eine Bußandacht mit Absolution, das ist aber auch alles. Ihre Frage im letzten Satz ihrer Ausführungen habe ich habe ich in meinem Statement beantwortet. Da hilft halt nur aufmerksameres und unvoreingenommeneres Lesen.


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 Kant 21. Oktober 2013 

Eine Vaterschaft, die von Gott kommt

Einige merken an: „Ihr sollt niemand auf Erden euren Vater nennen!“
1. Ja, für uns Christen gibt es letztlich nur den einen Vater im Himmel, von dem alle Vaterschaft, selbst die leibliche abgeleitet ist.
2. Diese Vaterschaft Gottes ist aber nicht exklusiv – sonst dürfte man nicht einmal seinen leiblichen Vater „Vater“ nennen –, sondern korrektiv in zwei Richtungen: einerseits tun Vater-Figuren dem Menschen gut (z.B. JP II), zum anderen können sie aber auch zur Gefahr werden (z.B. Hitler).
3. Weil Vater-Figuren gut tun, hat Jesus die Apostel berufen, diese Vaterschaft in der Kirche auszuüben, und beruft er dazu auch heute in ihrer Nachfolger die Bischöfe und deren Vertreter die Priester.
4. Weil Vater-Figuren aber auch gefährlich sein können, sollen wir niemanden auf Erden „Vater“ nennen, der seine Vaterschaft nicht von Gott hat.
Und Rücktrittsforderungen an einen Bischof? Ja, weil nur Gott unser Vater ist, aber nur aus „schwerwiegenden Gründen“, weil seine Vaterschaft von Gott kommt.


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 Kant 21. Oktober 2013 

FAZ war dabei!

Einige fragen: wer hat denn nun wann gelogen?
1. Ja, der Bischof hat einen zweifelhafte eidesstattliche Erklärung abgegeben, aber ist gerade deshalb – denn damit ist ihm das schärfste Schwert in diesem Kampf aus der Hand geschlagen – jeder Lüge schutzlos ausgeliefert.
2. Aber seit Wochen äußert sich der Bischof kaum noch, d.h. wenn einer lügt, dann wohl doch die Gegenseite.
3. Und ... bisher war man nur von der Bild-Zeitung Berichterstattung von dieser Art gewöhnt: „Franziskus [der Papst] soll“ im Gespräch mit EB Zollistsch bei der Nennung der 31 Millionen für die Residenz „gestöhnt haben“ nach dem Motto „BILD war dabei“. Damit sind wir leider jenseits von Wahrheit und Lüge bei primitivster Meinungsmache angekommen.
Heute war das vertrauliche Gespräch zwischen Papst und Bischof Tebartz-van Elst, über das offiziell nichts verlautete. Kein Problem: schlagen Sie morgen die FAZ auf, denn: Die FAZ war dabei!


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 urserolu 21. Oktober 2013 
 

Vater

Orthodoxe Christen nennen ihre Diakone und Priester "Vater", ihren Bischof "Gebieter" (vladika, despota). Dies ist für die so Genannten eine grosse Aufgabe und Verheissung. Weh dem Vater, der nicht väterlich handelt, seine Söhne und Töchter laufen ihm davon. Weh dem Gebieter, der nicht recht lehrt und lebt... er wird davongejagt. Ich gehe mit der im Artikel genannten Idee vom bedingungslosen Gehorsam dem "Vater" gegenüber ganz und gar nicht einig.


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 Lämmchen 21. Oktober 2013 
 

@Apollinaris

Ich lese bei Ihnen ein großes "Aber" heraus.
1. ein Mal kurz gegoogelt, dann ist klar, dass der Autor kein Bischofssekretär war, sondern Diakon in der Pfarrei.
2. ich konnte aus dem Brief des Bischofs schon Eingeständisse herauslesen.
3. selbst dieser Brief wurde ja bekanntermaßen nicht in den Pfarreien verlesen, wie es gedacht war, stattdessen in einigen Gemeinden die Aufforderung zur Unterschriftensammlung

Was bitte soll der Bischof machen - man will ihn doch offenbar nicht wirklich hören, oder?


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 Apollinaris 21. Oktober 2013 
 

Ablenkung

Nun war der Schreiber offensichtlich direkter Mitarbeiter, Sekretär ? - bleibt offe, ist aber wichtig.
Die böse Presse hat oft versucht, Stellungnahmen zu erhalten, wurde fast immer abgelehnt. Dann darf ich das aber nicht beklagen.
Verzeihung etc. ist erst dann möglich,wenn die betreffende Person Reue und Einsicht zeigt. Wo soll das sein ? Stattdessen kommen nicht bestätigte Vergleiche mit Kardinal von Galen.
Ach ja, an der persönlichen Frömmigkeit hat offensichtlich niemand gezwifelt !


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 Rosaire 21. Oktober 2013 

@ Wolfgang Star

Interessanterweise dachte ich auch daran, dass die Bezeichnung "Vater" für einen Geistlichen beim Beichtgespräch am ehesten zutrifft (auch wenn ich meinen "Beichtvater" nicht so anspreche.) Allerdings: Den Beichtvater haben Sie sich doch auch ausgesucht, und keiner hat Sie für Ihr Laben lang auf ihn verpflichtet, oder? Aber das ist ja gerade das, was Kaplan Baier fordert: Einen Bischof, den man ja nicht selbst gewählt hat und dessen Dauer im Hirtenamt man auch nicht persönlich beeinflussen kann, als "Vater" anzunehmen und dadurch in eine Beziehung zu ihm zu treten, wo man nicht mehr die Forderung aussprechen kann, dass man einen anderen Bischof wünscht. Deshalb ist Ihr Vergleich mit dem Beicht-"Vater" meines Erachtens deplatziert.

Zudem: Sie nennen mich "modernen Katholiken" und stellen ziemlich frech in Frage, ob ich überhaupt zur Beichte ginge. In meiner Sichtweise gibt es den Graben zwischen modernen Katholiken und anderen nicht. Da mancht es sich mancher zu einfach ...


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 willibald reichert 21. Oktober 2013 
 

Portner

"Toll"! Sie haben die Katze aus dem Sack
gelassen, wenn Sie davon reden, daß Sie der Kirche ebenso wenig trauen. Nun wissen
wir wenigstens, wes Geistes Kind Sie sind.
Ich empfehle Ihnen das Zitat von Mutter
Teresa, wenn Sie bereit sind, sich selber zunächst einmal kritisch zu sehen. Teresa antwortete auch die Frage,
was sich in der Kirche ändern müsse:
Sie! und ich! müssen sich ändern, um die
Kirche zu erneuern. Nehmen Sie sich bitte ein Beispiel an dieser gottesfürch
tigen Frau, die sich bewußt war, daß je-
der Getaufte in seinem persönlichen Ver-
halten a u c h das Ansehen der Kirche bestimmt. Das sollte spätestens seit dem
Vaticanum II doch eigentlich jedem be-
kannt sein!


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 speedy 21. Oktober 2013 
 

vollste zustimmung fuer ihren Kommentar, Herr Kaplan


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 Lämmchen 21. Oktober 2013 
 

Zustimmung

an Wolfgang Starr,
auch mein Beichtvater ist ein paar Jahre jünger als ich. Da ich ihn nicht als Privatperson XYZ sehe, sondern als denjenigen, der mir im Auftrag Gottes die Versöhnung schenkt, habe ich keinerlei Probleme ihn als Beichtvater zu bezeichnen.
Hier liegt wohl ein Grundproblem unserer Gesellschaft zugrunde: die vaterlose Generation, die in großen Kreisen zwar einen Erzeuger hat, mehr aber auch nicht........ Ich wäre froh, ich hätte einen väterlichen Bischof!


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 Wolfgang Star 21. Oktober 2013 
 

Wir brauchen mehr Väter!

@Rosaire @Portner
Ich nenne meinen Beichtvater in der Regel "Vater". Ich habe das schon bei einem gemacht, der erheblich jünger war als ich. Mit so etwas auf natürliche Art umzugehen, ist genau das Gegenmittel zu Menschen- und Götzenkulten. Wie nennen Sie denn Ihren Beichtvater? Gehen Sie überhaupt zur Beichte? Oder gehört das auch nicht mehr zu Ihrem Selbstverständnis als "moderne" Katholiken? Jemanden im übertragenen Sinne als "Vater" zu benennen, sollte eigentlich ganz selbstverständlich sein, ist es aber in unserer autoritätsfeindlichen, vatermörderischen Kultur nicht. Und genau aus dieser Verleugnung natürlicher Autorität, da wo sie ihren Platz hat, speisen sich die wahren Götzen- und Menschenkulte. Da wird dann aus dem Vater der Guru, der einem befiehlt, den Vater zu verleugnen. Und Portner, was sollten die Unterstützer des Bischofs denn machen; den Mund halten und die Jagdmeute weiter hetzen und lügen lassen?


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 wormwood 21. Oktober 2013 
 

Danke Kaplan Baier

Sie haben etwas sehr Wesentliches fokussiert: Niemand ist wirklich an der Wahrheit interessiert - der Unterhaltungswert wird weit höher bewertet.
Dazu kommt, dass "die Presse", besonders die öffentlich rechlichen Fernsehsender einen bedauerlichen Mangel an Bildung - bis hin zur völligen Ahnungslosigkeit - zeigen, was die katholische Kirche betrifft. Wer die Pressefreiheit hochschätzt sollte zunächst einmal deren Wahrheitsgehalt hochschätzen und eine vernünftige, ausgewogene Recherche wird man wohl erwarten dürfen.
"Redefreiheit heißt nicht in einem überfüllten Theater FEUER schreien zu dürfen." Sagt Bernhard Shaw.


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 Portner 21. Oktober 2013 
 

Ist die RKK nicht stets gegen Götzen- und Menschenkult angegangen??????????

Ich kenne nur zwei Väter.
Der eine ist unser aller "Gott und Vater", der andere ist mein eigener leiblicher Vater, als mein physischer Erzeuger.
Alles andere halte ich für selbst verherrlichende kirchliche Ideologie, die bei den meisten Gläubigen nicht ankommt.
Ich bin mir auch sicher, dass weder unser "Jesus der Christus" noch unser "Vater Gott" das so beabsichtigten oder gar wollten, wie die RKK/ DBK und viele aus meiner Sicht fehl ideologisierte Kirchenvertreterinnen und -vertreter das gerne praktizieren würden.


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 Portner 21. Oktober 2013 
 

Sind Diener Gottes glaubwürdiger als Leute aus dem Volk? Ich denke, nicht unbedingt!

Hört endl. auf mit gegenseitigen Beschuldigungen, ihr schadet nur unserer Kirche.
Weder das hier Geschriebene noch das bisher v. d. Presse Zitierte kann der Leser nachvollziehen.
Geht an eure Arbeit als Hirten u. nicht als Demagogen u. verkündet das Evangelium u. das Wort unseres Herrn u. Gottes in Demut u. Christlichkeit.
Vertreter d. Kirche arbeiten scheinbar mit d. gleichen Praktiken, wie die Presse.
Kommt mir vor wie ein Film mit dem Titel: "Ein Imperium schlägt zurück".
Die Beweise müssen noch in neutraler Aufarbeitung geliefert werden.
Dann kann man endl. ein belastbares Ergebnis vorlegen.
Ich glaube momentan der Kirche ebenso wenig, wie der Presse u. meine, das geht vielen Gläubigen ebenso.
Für diese Scheibchentaktik der Aufarbeitung ist d. RKK/ DBK m. E. sehr gut bekannt.
Immer nur zugegeben, was als Faktum bewiesen wurde.
Dies halte ich weder für christl. noch für aufrichtig u. offen.
Und die Gläubigen laufen in Scharen davon.
Welch eine Kirche!?!? Geht`s noch toller?


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 girsberg74 21. Oktober 2013 
 

Eine sehr zurückhaltende Darstellung

„Aber anscheinend hatten die Herren Journalisten kein gesteigertes Interesse an der Wahrheit.“

Eine Verkürzung träfe den Sachverhalt genauer:
„[Diese] Herren Journalisten [hatten] kein … Interesse an der Wahrheit.“


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 Suarez 21. Oktober 2013 

Ein sehr schöner Artikel!

Der Artikel beleuchtet neben der Person Tebartz-van Elst und die sehr zweifelhafte Rolle der Medien, auch das Amt des Bischofs und wie dieses Amt verstanden werden muss.

Auch mich hat es tief verletzt, dass man in der Hl.Messe einen Protestbrief gegen den Bischof verlas und zur Zeichnung einer Unterschriftenliste aufrief, so als sei man in einer Parteiversammlung oder auf einem Gewerkschaftertreffen.

Schon damals war mir klar, dass hier etwas im Gange ist, was mit Katholizität unvereinbar ist, denn die "Kritik" diente von Anfang an der Demontage des eigenen Bischofs. Insofern ist hier ein Kirchenverständnis bestimmter Laien- und Priesterkreise virulent geworden, das nur noch zerstörerischen Charakter trägt. Sofort nahm die "Kritik" eine entsprechende Eigendynamik an, die dem Hass keinerlei Schranken mehr setzte, sondern ihn nur entfesselte. Die innerkirchlichen "Kritiker" haben für ihr "Ziel" - die Beseitigung eines unliebsamen Bischofs - die christliche Nächstenliebe beerdigt.


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 edithusluxus 21. Oktober 2013 
 

Eigenartig

Hören Sie gut zu:" Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf Bischof von Limburg:" Das gilt auch für alle Medien, die gierig auf Sensationen aus sind, ohne Rücksicht auf den Menschen.


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 Rosaire 21. Oktober 2013 

"Vater"

Es ist gut und wichtig, dass Kaplan Baier die Person des Bischofs von Limburg mal von einer anderen Seite beleuchtet.

Die Argumentation mit dem Begriff "Vater" führt meines Erachtens allerdings genau in die falsche Richtung bzw. vertieft die bestehende Problematik noch in die gleiche Richtung.

Gerade durch die Überhöhung der Position eines Bischofs (auch eines Pfarrers) kann er doch in die Versuchung geraten, das eigene Handeln nicht mehr objektiv zu sehen. (Was ich jetzt niemandem direkt vorwerfen möchte.) Er bräuchte gerade eine Kontrolle, die ihn weniger in persönlicher Beziehung zum Kontrollierenden sieht.

Das Jesus sagt, wir sollen niemanden auf Erden "Vater" nennen, sollte man nicht ganz außer Acht lassen.


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