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Wieder ein Angelus aus der Poliklinik Gemelli, der erste des Pontifikats

11. Juli 2021 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Franziskus: die Salbung des Kranken wie eine Liebkosung. Dank für alle Zuwendungen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Jesus rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. – jUnd sie zogen aus und verkündeten die Umkehr“: Angelus mit Papst Franziskus am fünfzehnten Sonntag im Jahreskreis. Ein besonderer Angelus, den der Papst zusammen mit den Gläubigen vom 10. Stock der Poliklinik A. Gemelli aus betete. Dort war Franziskus vor genau einer Woche eingeliefert worden, um sich einer Darmoperation zu unterziehen. Hunderte von Menschen hatten sich versammelt, um Franziskus nach genau einer Woche wiederzusehen. Eine lange Abwesenheit, die durch die dürftigen und trockenen täglichen medizinischen Bulletins (insgesamt acht einschließlich des gestrigen) noch länger zu werden schien.

Die Poliklinik Gemelli, gegründet 1964, gehört zur „Fondazione Policlinico Universitario Agostino Gemelli IRCCS – Università  Cattolica del Sacro Cuore“. Es ist das wichtigste Universitätskrankenhaus in Rom und genießt ein enormes nationales und internationales Prestige. Es ist auch der Sitz der Fakultät für Medizin und Chirurgie der „Università Cattolica del Sacro Cuore“. Viele seiner hervorragenden Dienstleistungen werden mit Mitteln der Region Latium als IRCCS finanziert („Istituti di Ricovero e Cura a Carattere Scientifico“ – Wissenschaftliche Hospitalisierungs- und Behandlungsinstitute. Im Fall des Gemelli bedeutet die Zugehörigkeit zu einem IRCCS die Verpflichtung, als öffentliches Krankenhaus zu agieren, obwohl es sich in privatem Besitz befindet“). Es gibt einen so genannten „solventen“ Sektor (privat, kostenpflichtig), aber die meisten der mehr als 1500 Patienten werden durch den italienischen Nationalen Gesundheitsdienst betreut und behandelt. Pater Agostino Gemelli gründete 1921 zunächst die „Università Cattolica del Sacro Cuore“ und dann das „Policlinico“.


Das Krankenhaus befindet sich in Rom an den Hängen des Monte Mario im Stadtteil Trionfale auf einem Grundstück, das 1934 von Papst Pius XI. dem „Giuseppe Toniolo Institut für Höhere Studien“, dem Gründungsorgan und Träger der Katholischen Universität, geschenkt wurde.

Im zehnten Stock des Krankenhauses befindet sich ein Apartment, das ständig für eventuelle  Aufenthalte des Papstes reserviert ist. Zum Apartment gehören  eine kleine Kapelle (die Kapelle, in der Papst Franziskus in dieser Woche die heilige Messe zusammen mit seinem Krankenpersonal gefeiert hat), eine Küche und Schlafzimmer für Ordensschwestern sowie das Gefolge. Papst Johannes Paul II. musste zwischen 1981 und 2005 insgesamt zehnmal das Klinikum aufsuchen, 1981 mit dramatischen Bildern nach dem Attentat auf dem Petersplatz.

Die kurze Ansprache von Papst Franziskus vor dem Angelus am 11. Juli 2021:

Liebe Brüder, und Schwestern, guten Tag!

Ich freue mich, den sonntäglichen Angelus-Termin auch hier von der Poliklinik »Gemelli« aus fortsetzen zu können. Ich danke euch allen: ich habe Ihre Nähe und die Unterstützung durch eure Gebete gespürt. Ich danke euch von ganzem Herzen! Das Evangelium, das wir in der heutigen Liturgie lesen, erzählt uns, dass die Jünger Jesu, von ihm ausgesandt, »viele Kranke mit Öl salbten und sie heilten« (Mk 6,13). Dieses »Öl« lässt uns auch an das Sakrament der Krankensalbung denken, das dem Geist und dem Leib Trost spendet. Aber dieses »Öl« ist auch das Zuhören, die Nähe, die Fürsorge, die Zärtlichkeit derer, die sich um den Kranken kümmern: es ist wie eine Liebkosung, die es einem besser gehen lässt, den Schmerz lindert und aufrichtet. Wir alle, jeder von uns, braucht früher oder später diese »Salbung« der Nähe und Zärtlichkeit, und wir alle können sie einem anderen geben, mit einem Besuch, einem Telefonanruf, einer Hand, die demjenigen gereicht wird, der Hilfe braucht. Denken wir daran, dass im Protokoll des Jüngsten Gerichts – Matthäus 25 – eines der Dinge, nach denen wir gefragt werden, die Nähe zu den Kranken sein wird.

In diesen Tagen des Krankenhausaufenthalts habe ich wieder einmal erfahren, wie wichtig ein gutes, für alle zugängliches Gesundheitswesen ist, wie es in Italien und in anderen Ländern besteht. Ein kostenloser Gesundheitsdienst, der einen guten, für alle zugänglichen Service gewährleistet. Wir dürfen dieses wertvolle Gut nicht verlieren. Wir müssen es aufrechterhalten! Und dafür müssen wir uns alle engagieren, denn es dient allen und erfordert den Beitrag aller. Selbst in der Kirche kommt es manchmal vor, dass eine Gesundheitseinrichtung wegen schlechten Managements wirtschaftlich nicht gut dasteht, und der erste Gedanke, der einem in den Sinn kommt, ist, sie zu verkaufen. Doch die Berufung in der Kirche besteht nicht darin, Geld zu haben, sondern den Dienst zu tun, und der Dienst ist immer unentgeltlich. Vergesst das nicht: die unentgeltlichen Institutionen retten.

Ich möchte den Ärzten und allen Mitarbeitern des Gesundheitswesens in diesem und anderen Krankenhäusern meine Wertschätzung und Ermutigung aussprechen. Sie arbeiten so hart! Und wir beten für alle kranken Menschen. Hier sind einige kranke Kinder, Freunde... Warum leiden Kinder? Warum müssen Kinder leiden, ist eine Frage, die das Herz berührt. Sie mit dem Gebet begleiten und für alle Kranken beten, besonders für die in den schwierigsten Situationen: möge niemand allein gelassen werden, möge jeder die Salbung des Zuhörens, der Nähe, der Zärtlichkeit und der Fürsorge empfangen. Wir bitten darum auf die Fürsprache von Maria, unserer Mutter, Heil der Kranken.

Nach dem Angelus gedachte der Papst der Situation in Haiti, die sich durch die Ermordung des Präsidenten verschärft hat.

 


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Lesermeinungen

 NicoA 12. Juli 2021 
 

@Simon Tolon

Ich weiß nicht, was Sie meinen - oder vielleicht doch. Ich bin Ausländer und war einmal wieder in Deutschland, in Köln. Hatte einen Unfall. Die ärztliche Versorgung, der Notdienst war gut. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass meine Herzwerte nicht stimmten und ich wohl einen Herzinfarkt erlitten hatte. Mir war sterbensbang (sagt man so in Deutschland?) und verlangte nach einem Priester. Nichts geschah. Später wurde ich auf die Station eingewiesen und bekam einen Fragebogen. Ich beantwortete alle Fragen so gut ich konnte. Eine lautete: Wünschen Sie das Gespräch mit einem katholischen Geistlichen; eine andere - es war ein katholisches Krankenhaus - ob ich Sterbesakramente wünsche. Gegenüber meinem Bett hing ein Kreuz ohne Korpus. Ich kreuzte beides mit JA an. Nichts geschah. Aber ich lebe noch. Dank an alle im Krankenhaus. Ein komisches Gefühl bleibt zurück.


1
 
 NicoA 12. Juli 2021 
 

Kostenlos ist nichts

Der neue Franziskus meint es sicher gut. Doch kostenlos ist auf dieser Welt nichts. Er sollte ehrlich sein und die Reichen auffordern für die Armen zu zahlen. Ob es dafür seinen ebenso verlogenen wie untauglichen Sozialismus braucht, das bezweifle ich.


3
 
 Simon Tolon 11. Juli 2021 
 

Liebkosung?

Bin ja froh, dass er es gut überstanden hat, aber kaum macht er den Mund auf, schadet er meinem Blutdruck.
Ich brauche von einem Priester keine Liebkosung sondern das heilbringende Sakrament. Und ich weiß, wovon ich rede.


4
 
 Christa.marga 11. Juli 2021 
 

Freue mich, dass es dem Papst wieder gut geht.

Ja, es ist wichtig, dass es ein gut funktionierendes Gesundheitssystem gibt, wo ALLE Menschen behandelt werden, die ein gesundheitliches Problem haben.

Möglich ist das nur durch die Solidargemeinschaft der Menschen, die zur Arbeit gehen und in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen, 14,6 % vom Brutto gesamt, Arbeitgeberanteil 7,3 %.

"...Ein kostenloser Gesundheitsdienst, der einen guten, für alle zugänglichen Service gewährleistet..." (Lt. Aussage von Papst Franziskus)

Ja, das trifft schon zu - und es ist auch gut, dass jeder Zugang zu medizinischer Versorgung hat, aber ganz ohne Geld und eine gut funktionierende Wirtschaft, sprich Arbeitsplätze, funktioniert das System nicht.


3
 
 Federico R. 11. Juli 2021 
 

An das „buon giorno“ nach diversen öffentlichen Papstaufritten, ...

... wie etwa nach dem Angelus, hat man sich nach offensichtlich über sieben Jahren Franziskus irgendwie gewöhnt, genau so an das „buon pranzo“ (a tutti) nach Generalaudienzen.

Wäre es nunmehr nicht an der Zeit - höchste Zeit sogar -, aller Welt ein überzeugtes/überzeugendes frohes „Laudetur Jesus Christus“ zuzurufen. Um darauf die ebenso frohstimmende Antwort des Gottesvolkes zu vernehmen: „In aeternum. Amen.“ - Heute hätte sich eine gute Gelegenheit für einen vertiefenden Wechsel des Papstgrußes geboten.

„Gelobt sei Jesus Christus. – In Ewigkeit. Amen“


6
 

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