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Das Gebet für die Einheit der Christen

20. Jänner 2021 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Franziskus: ‚Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen’. Zur Gebetswoche für die Einheit der Christen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Dies sprach Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! […] Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. [...] Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,1.9.20-21).

Papst Franziskus konzentrierte sich in seiner Katechese zur Generalaudienz in der Gebetswoche der Einheit der Christen auf das Gebet für diese Einheit.

Jesus selbst habe am Vorabend vor seiner Passion seinen Vater um die Einheit all derer gebeten, die zu ihm gehörten: „Alle sollen eins sein“ (Joh 17,21). Es sei auffallend, dass der Herr diesen seinen letzten Willen vor seinem Kreuzestod nicht als Gebot an seine Jünger formuliere oder ihnen eine Rede dazu gehalten, sondern in einem Gebet zum Ausdruck gebracht habe.


Um die Einheit zu erlangen, genügten nicht unsere Bemühungen, sondern sie sei vorrangig eine Gnade, um die wir beten müssten. Jeder Mensch sei dem inneren Konflikt ausgesetzt, das Gute zu wollen, aber zum Bösen zu neigen. Hierin liege die Wurzel der vielen Spaltungen unter den Menschen, in der Gesellschaft und auch unter den Glaubenden.

Die Trennungen würden nicht dadurch gelöst, dass man sich gegeneinander stelle sondern das wahre Heilmittel finde sich in der Bitte um Vergebung und Einheit an Gott. Gerade als Christen seien wir somit aufgerufen, am Gebet des Herrn teilzunehmen und um die Einheit zu bitten, „damit die Welt glaubt“.

Beten bedeute, nach Einheit zu streben. Ja, kämpfen, „denn unser Feind, der Teufel, wie das Wort selbst sagt, ist der Spalter. Er unterstelle Spaltung, überall und auf jede Art und Weise, während der Heilige Geist immer in der Einheit konvergiert“. Der Teufel versuche uns im Allgemeinen nicht mit hoher Theologie, sondern mit den Schwächen der Geschwister. Er sei gerissen: er vergrößere die Fehler und Mängel anderer, er säe Zwietracht, er provoziere Kritik und schaffet Fraktionen.

Gottes Weg dagegen sei ein anderer. Er nehme uns, wie wir seien, mit allen Unterschieden und als Sünder, und er dränge uns zur Einheit. Wir könnten uns selbst prüfen und uns fragen, ob wir an den Orten, an denen wir lebten, Konflikte nährten oder dafür kämpften, „dass die Einheit mit den Instrumenten wächst, die Gott uns gegeben hat: Gebet und Liebe“.

Abschließend erinnerte der Papst erneut an das Thema dieser Gebetswoche: „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ (vgl. Joh 15,5-9). Die Wurzel der Gemeinschaft sei die Liebe Christi, die uns dazu bringe, Vorurteile zu überwinden, um im anderen einen Bruder und eine Schwester zu sehen, die man immer lieben müsse. Dann entdeckten wir, dass Christen anderer Konfessionen, mit ihren Traditionen, mit ihrer Geschichte, Gaben Gottes seien, Gaben, „die in den Gebieten unserer Diözesan- und Pfarrgemeinden präsent sind“

„Beginnen wir“, so Franziskus, „für sie und, wenn möglich, mit ihnen zu beten. Auf diese Weise werden wir lernen, sie zu lieben und zu schätzen. Das Gebet, so erinnert uns das Konzil, ist die Seele der ganzen ökumenischen Bewegung (vgl. Unitatis redintegratio, 8). Es soll der Ausgangspunkt sein, um Jesus zu helfen, seinen Traum zu verwirklichen: dass alle eins seien“.

Die Zuschauer und Zuhörer aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Herzlich grüße ich die Gläubigen deutscher Sprache. Bitten wir den Heiligen Geist, dass er uns seine Kraft im Einsatz für die Einheit mit Christus und den Geschwistern gebe, um glaubwürdige Zeugen seiner Liebe in dieser Welt zu sein. Der Herr segne euch und eure Familien.

 


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