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Das Gebet des Elija

7. Oktober 2020 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Franziskus: nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. Vita activa et contemplativa. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Der Herr antwortete: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der HERR war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle“ (1 Kön 19,11-13).

Generalaudienz – heute zum Ersten Mal wieder in der Audienzaula Paolo VI. Die letzte „normale“ Generalaudienz vor der „Pandemie“ hatte am 26. Februar 2020 auf dem Petersplatz stattgefunden. Dann begann bis zum September 2020 die Zeit der „Gespensteraudienzen“ aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes.

Papst Franziskus nahm seine am 24. Juni 2020, also mit der Sommerpause, unterbrochene Katechesenreihe über das Gebet wieder auf und stellte die neunte Katechese unter das Thema: „Das Gebet des Elija“

Der Prophet Elija sei gewiss eine der imposantesten Gestalten in der Heiligen Schrift. Seine Wirkung gehe über die Grenzen seiner Zeit hinaus. Wir träfen ihn auch im Evangelium an. Er erschien an der Seite Jesu, zusammen mit Mose, im Augenblick der Verklärung (vgl. Mt 17,3). Jesus selbst beziehe sich auf seine Gestalt, um das Zeugnis des Johannes’ des Täufers zu bestätigen (vgl. Mt 17,10-13).


Die Schrift stelle Elija als einen Mann mit kristallinem Glauben dar. In seinem Namen selbst, „der ‚Jahwe ist Gott’ bedeuten könnte, ist das Geheimnis seiner Sendung eingeschlossen“. Er werde für sein ganzes Leben so bleiben: ein Mann von Integrität, unfähig zu kleinlichen Kompromissen. Sein Symbol sei das Feuer, das Bild der reinigenden Kraft Gottes. Er werde der erste sein, der auf die Probe gestellt werde, „und er wird treu bleiben. Er ist das Vorbild aller gläubigen Menschen, die Versuchungen und Leiden kennen, aber nicht daran scheitern, dem Ideal, für das sie geboren wurden, gerecht zu werden“.

Die besondere Stellung von Elija komme in seinem Glauben und in seinem Gebetsleben zum Ausdruck, die ihn befähigten, die Versuchungen und Leiden zu bewältigen und dem Herrn treu zu bleiben. Daher erblicke auch die monastische Tradition in ihm einen der Väter des gottgeweihten Lebens. Elija sei der Mann Gottes, der als Verteidiger des Primats des Allerhöchsten stehe. Doch auch er sei gezwungen, sich mit seinen eigenen Schwächen auseinanderzusetzen.

Es sei schwierig zu sagen, welche Erfahrungen ihm am nützlichsten waren: ob die Niederlage der falschen Propheten auf dem Berg Karmel (vgl. 1 Kön 18,20-40) oder die Verwirrung, in der er feststellt, dass er „nicht besser ist als seine Väter“ (vgl. 1 Kön 19,4). Für diejenigen, die beteten, sei das Gefühl der eigenen Schwäche wertvoller als Momente der Begeisterung, in denen das Leben eine Fahrt der Siege und Erfolge zu sein scheine. Das sei eine Realität, die sich in vielen anderen biblischen Berufungen finde, sogar im Neuen Testament, man denke zum Beispiel an die Heiligen Petrus und Paulus.

Elija ist der Mann des kontemplativen und zugleich aktiven Lebens, der sich mit den Ereignissen seiner Zeit beschäftige und in der Lage sei, sich gegen den König und die Königin zu stürzen, „nachdem sie Nabot töten ließen, um seinen Weinberg in Besitz zu nehmen (vgl. 1. Könige 21,1-24). Auf diese Weise zeige er uns, dass es im Leben der Betenden keinen Zwiespalt geben dürfe: „man steht vor dem Herrn und geht den Brüdern entgegen, zu denen er sendet“. Der Prüfstein des Gebets sei die konkrete Nächstenliebe. Und umgekehrt: „die Gläubigen handeln in der Welt, nachdem sie zuerst geschwiegen und gebetet haben. Ansonsten ist ihr Handeln impulsiv, es ist ohne Unterscheidungsvermögen, es ist ein Rausch ohne Ziel“.

Trotz seines feurigen Eifers für den Herrn müsse er sich allerdings auch seiner Schwachheit stellen. Das Bewusstsein um seine eigene Zerbrechlichkeit sei grundlegend, um im geistlichen Leben fortzuschreiten.

Im „sanften Säuseln des Windes auf dem Berg Horeb“ erfahre Elija die Stärkung Gottes, der ihn wieder aufrichtet und seinem Herzen Frieden und Ruhe eingebe. Genauso wie Elija „können auch wir im Gebet und den unscheinbaren Zeichen die tröstende Gegenwart des Herrn erfahren“.

Die Geschichte des Elias scheine für uns alle geschrieben zu sein. In manchen Nächten könnten wir uns nutzlos und einsam fühlen. Dann werde das Gebet kommen und an unsere Herzenstür klopfen. Ein Stück, von Elijas’ Mantel könnten wir alle nehmen. Selbst wenn wir etwas falsch gemacht hätten oder wenn wir uns bedroht und verängstigt fühlten, „werden wir wie durch ein Wunder vor Gott mit Gebet, Gelassenheit und Frieden zurückkehren“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Gläubigen deutscher Sprache, insbesondere an die Jugendlichen aus der Schweiz, welche an der Informationswoche der Päpstlichen Schweizergarde teilnehmen. Das heutige Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz erinnert uns daran, wie wichtig das kontemplative Gebet ist. Wenn wir die Geheimnisse des Heiles betrachten, enthüllt sich uns immer mehr das Angesicht der Liebe Gottes selbst, das wir gerufen sind, in Ewigkeit zu schauen. Die Gottesmutter möge uns sicher auf unserem Weg hin zum Herrn führen.

 


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 7. Oktober 2020 

Verteidiger des Primats des Allerhöchsten

Das müssten eigentlich wir alle sein.
Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde: Wie rechtfertigt eigentlich die heutige Theologie und Verkündigung den Vorrang, welche sie dem irdischen Heil gegenüber dem ewigen gewährt? In der Schrift habe ich (als Nicht-Exegete) bisher nichts in diese Richtung gefunden. Im Gegenteil. Die Menschen liefern dem Herrn davon als sie merkten, dass er – trotz wunderbarer Brotvermehrung - nicht fähig oder bereit war, ihnen die Sorge um das irdische Brot abzunehmen, sondern ihnen (nur) die Speise für das ewige Leben schenken wollte, sein Fleisch und sein Blut. Petrus und die anderen Jünger blieben bei ihm. Sie hatten begriffen: «Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» (Joh 6,68)
Bei unserem Heiligen Vater finden wir sie immer wieder, diese Worte des ewigen Lebens, auch wenn wir sie oft wie den Schatz im Acker suchen müssen.


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